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Ein Tag im Arbeitsleben eines Bauingenieurs

Oft haben Bauingenieure ihren Arbeitsplatz im Freien, weil sie Bauvorhaben kontrollieren .

Warum Bauingenieur werden?
Es gibt viele gute Gründe, Bauingenieurwesen zu studieren. Kaum ein Beruf ist zum Beispiel derartig vielseitig. Wir haben Daniel D., einen 28-jährigen Bauingenieur, der beim Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer in Hamburg arbeitet, gebeten, uns zu erzählen, was an einem ganz normalen Arbeitsalltag so bei ihm passiert.

Wobei … einen typischen Arbeitsalltag gibt es eigentlich gar nicht, da die Aufgaben, die an einem Tag anfallen, meist sehr unterschiedlich sind: Neben notwendiger Bürotätigkeit ist Daniel oft viel unterwegs: Meist zu Besprechungen und Meetings oder auf Baustellen unter freiem Himmel.

Daniel wird aber trotzdem versuchen, euch einen typischen Tag aus dem Arbeitsalltag eines Bauingenieurs zu zeigen. Er kann sich im öffentlichen Dienst sein zeitliches Arbeitspensum größtenteils selbst einteilen, denn bei der Freien und Hansestadt Hamburg hat er Gleitzeit. Also kann er auch mal länger ausschlafen oder früh nach Hause gehen. Heute ist er recht zeitig im Büro …

Die Wandbereiterbrücke nahe der Speicherstadt wurde erneuert - Bauingenieuere sind häufig im konstruktiven Bereich tätig.

7.30 Uhr
Als erstes fahre ich den PC hoch und rufe meine Mails ab. Ein Blick auf meinen Kalender erinnert mich an eine Besprechung am Nachmittag. Dafür organisiere ich schon mal einen Dienstwagen und verabrede mich mit zwei Kollegen vom Straßen- und vom Brückenbau. Dann geht's auch schon los mit Büroarbeit. Es gilt mal wieder, den Stapel auf meinem Schreibtisch zu sortieren und Prioritäten zu setzen.

Ich muss eine Planungsunterlage eines beauftragten Ingenieurbüros sichten und korrigieren. Bei früheren Abstimmungsterminen haben wir das statische Tragsystem festgelegt und Ausführungsdetails besprochen. Jetzt muss ich die Anzahl und die Länge der verwendeten Schrägpfähle überprüfen. Jeder Meter Stahl, der zu viel verarbeitet wird, kostet Geld. Zum Glück haben wir eine gute statische Abteilung, die uns mit ihrem Fachwissen unterstützt. Unser Statiker hat mir die notwendigen Abstände und Längen per Mail zugeschickt.

Zwischendurch beantworte ich eine telefonische Anfrage eines Kollegen aus dem Bezirksamt. Es werden hydraulische Daten benötigt. Als zuständiger Projektleiter für wasserwirtschaftliche Fragen bin ich der erste Ansprechpartner. Ich binde eine Hydrologin aus meinem Team ein. Sie wird dafür eine Simulationsrechnung durchführen und bis zum Ende der Woche eine Stellungnahme für das Bezirksamt fertigen.

Der berühmte Elbtunnel ist mit einer Gesamtlänge von 3325 Metern einer der längsten Unterwasserstraßentunneln der Welt.

9.30 Uhr
Zeit für ein kurze Kaffeepause und etwas Smalltalk mit den Kollegen. Dann ein Anruf: Mein Chef bittet mich in sein Büro. Gemeinsam legen wir Themen und Antworten für eine Podiumsdiskussion rund ums Wasser fest. Mein Vorgesetzter wird am Podium teilnehmen und benötigt noch fachliche Informationen. Anschließend kümmere ich mich um das nächste zu richtende Bauvorhaben. Für eine fertiggestellte Ufermauer sind Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Weder die Ansprechpartner noch die genaue Örtlichkeit sind aber bekannt.

Hier ist mein Organisationstalent gefragt, um die erforderlichen Schritte einzuleiten. Den Rest des Morgens verbringe ich mit den letzten Korrekturen der Planungsunterlage, immer mal wieder unterbrochen durch Anrufe von Kollegen oder anderen Dienststellen. Hier ist Multitasking gefragt, das macht den Arbeitsalltag lebendig!

12.30 Uhr
Gegen Mittag erwartet mich endlich eine wohlverdiente Pause. Mittwochs ist bei uns Markttag. Einige Minuten an der frischen Luft und ein paar Gespräche mit Kollegen. Anschließend, zum Gedankensammeln, ein kurzer Spaziergang am Kanal entlang.

Die zahlreichen Schleusen der Hansestadt werden ebenfalls von Bauingenieuren der LSBG betreut.

13:30 Uhr
Am Nachmittag arbeite ich an einem Bericht zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die wasserbauliche Infrastruktur. Diese Arbeit wird einen Beitrag zur Hamburger Anpassungsstrategie an den Klimawandel liefern. Heftigere Starkregen-Ereignisse fordern leistungsfähige Gewässersysteme. In übergreifenden Arbeitsgruppen arbeiten der LSBG, städtischer Wasserver- und entsorger, beteiligte Behörden und Bezirksämter an einer neuen Strategie. Den Rest des Arbeitstages verbringe ich bei einer Besprechung in einem weiteren Bezirksamt.

Eine unserer Baumaßnahmen bedarf der Abstimmung mit den Kollegen vor Ort, die das Vorhaben genehmigen müssen. Um alle wichtigen Fragen beantworten zu können, sind die beiden Kollegen vom Straßen- und Brückenbau mit gekommen. Ein Gewässer soll verlegt werden und eine Straße an einer anderen Stelle kreuzen. Dieses sogenannte Durchlassbauwerk ist recht groß und der angedachte Bauablauf macht eine längere Sperrung der betroffenen Straße notwendig.

16.30 Uhr
Mit dem erfolgreichen Abstimmungsgespräch ist der Grundstein für den morgigen Arbeitstag gelegt: Beauftragung eines externen Ingenieurbüros mit der Planungsunterlage für das Durchlassbauwerk. Jetzt ab in den Feierabend! Denn morgen ist wieder ein neuer, spannender Arbeitstag …“

Hat Daniels Bericht dein Interesse geweckt? Dann findet ihr mehr Informationen unter www.lsbg.hamburg.de

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