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"Man muss es ausprobieren ..."

Maximilian unterrichtet seit einem halben Jahr an einer Münchner Hauptschule.
Referandar Maximilian Hüttenhofer unterrichtet seit einem halben Jahr an einer Hauptschule

Jugendliche laufen durch das Klassenzimmer, Papierflieger sausen durch die Luft, es wird geredet und Kaugummi gekaut. Für Maximilian Hüttenhofer gehören solche Situationen seit knapp einem Jahr zum Alltag. Dennoch wirkt er gelassen. „Das Referendariat setzt einen unsanft vom dösigen Studentendasein ins Berufsleben“, sagt der 27-Jährige und lächelt. Er ist Referendar für Geschichte, Sozialkunde und Erdkunde an einer Münchner Hauptschule. Übel nimmt er seinen Schülern ihre Eskapaden nicht: „Sie sind nicht aggressiv, sie sind einfach nur vital.“

Seine Aufgabe sei es nun, „die Energie der Kinder in Arbeit zu kanalisieren“. Wie das geht? Das müsse jeder für sich selbst herausfinden, erklärt er: „Im Studium wird das nicht behandelt.“ Einige Tricks hat er jedoch schon entdeckt: Wenn sich zwei Schüler unterhalten, stellt er sich etwa zwischen sie, so dass sie sich nicht mehr anschauen können. Dann, berichtet er, werde es oft ganz automatisch still. Manchmal reiche es auch schon aus, mit gespreiztem Daumen und kleinem Finger zu zeigen, dass man die Eltern anrufen werde. Oft müsse man jedoch „einfach laut werden“.

Vorbei sind übrigens die Zeiten, in denen der Lehrer den Stoff nur vorträgt. Maximilian wendet häufig freie Unterrichtsmethoden an, die Schüler versorgen sich an Lerntheken selbst mit Informationen oder halten Referate. Diszipliniert geht es dabei selten zu: „Normalerweise sitzt man drin und hofft, dass man lebend wieder rauskommt“, sagt er und lacht. Etwa die Hälfte seiner Energie gehe „fürs Maßregeln drauf“.

Wichtig sei jedoch, das Verhalten der Schüler nicht persönlich zu nehmen: „Als Anfänger bezieht man das meistens auf sich.“ Für die Atmosphäre in der Klasse spiele jedoch der private Hintergrund eine große Rolle, etwa ob es Ärger mit den Eltern gegeben habe: „Man darf nicht enttäuscht sein, wenn es nicht hinhaut, das passiert jedem.“ Behelfen könne man sich in solchen Situationen, indem man flexibel sei und stets mehrere Varianten für einen Stundenaufbau vorbereite.

Schreibaufwand und Verwaltungsaufgaben

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