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Kumpelhaftigkeit vermeiden

Bianca hat vor ihrem Studium ein Praktikum bei der Jugendgerichtshilfe des Jugendamts absolviert.

Als problematisch habe sie auch empfunden, dass viele der Täter nur wenig jünger gewesen seien als sie selbst: „Das verführt zu einem kumpelhaften Umgang, der in dieser Situation aber nicht angemessen ist.“ Dass sie später einmal Schwierigkeiten haben wird, sich abgrenzen zu können, glaubt sie jedoch nicht: „Ich bin ein reflektierter Mensch und glaube, ich werde zu einer gesunden Trennung von Beruf und Privatleben kommen, ohne etwas zu vergessen oder zu verdrängen."

Bestandteil des Studiums sind auch verschiedene Exkursionen. Besichtigt hat Bianca unter anderem schon ein Kinderheim und eine Einrichtung für Mädchen mit Gewalterfahrung. In Kürze steht ein Besuch beim Amtsgericht auf dem Programm. Dort werden die Studenten Verhandlungen aus dem Jugendstrafrecht beobachten.

Nicht des Geldes wegen
Die meiste Zeit über widme sie sich aber der Theorie: „Wir haben ganz normale Vorlesungen.“ Auf dem Stundenplan steht etwa wissenschaftliches Arbeiten, um Methoden für das Schreiben von Hausarbeiten zu erlernen, oder auch Sozialforschung. Gefragt ist dabei unter anderem auch Statistik. Dies habe ihr zunächst ein bisschen Angst gemacht, gesteht Bianca: „In Mathe war ich nie so gut.“ Mit Hilfe der Formelsammlung habe sie die Prüfung aber gemeistert.

Vorgestellt werden den Studenten auch die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Sozialarbeit. Aktiv werden kann man mit diesem Abschluss nämlich nicht nur als Streetworker, sondern zum Beispiel auch als Erlebnispädagoge. In diesem Bereich ist Bianca bereits jetzt tätig. Neben dem Studium arbeitet sie im Hochseilgarten in Friedensau.

Dort betreut sie Schulklassen und Jugendgruppen, Familien und Firmenausflüge. „Ich kann mir gut vorstellen, das später weiterhin zu machen“, sagt sie. Allerdings solle dies „ein Nebenjob bleiben“. Wo sie sich hauptberuflich bewerben wolle, habe sie noch nicht entschieden.

Nicht rechnen können Sozialarbeiter allerdings mit einem hohen Gehalt: „Man kann zwar davon leben, aber viel ist es nicht.“ Für Bianca jedoch spielt dies keine Rolle: „Ich mache diesen Beruf ja nicht des Geldes wegen.“

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