Der Mensch hinter dem Schicksal
Um Obdachlose oder Drogensüchtige machen die meisten einen großen Bogen. „Früher hatte ich vor ihnen auch Respekt“, gibt Bianca zu. Geändert hat sich das, als sie in ihrer Gemeinde mit Menschen von der Straße in Berührung kam. In ihrer Jugendkirche habe es einen Raum gegeben, der Anlaufstelle für Leute ohne eigenes Zuhause gewesen sei.
„Das interessante war, dass ich beim direkten Kontakt nur noch den Menschen und nicht mehr die Situation gesehen habe“, erinnert sie sich. Immer wieder habe sie mit den Besuchern philosophische Gespräche über den Sinn des Lebens geführt: „Wenn einem viel Schlimmes passiert, ist diese Frage oft sehr präsent.
Mit denjenigen, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat, beschäftigt sich Bianca nun auch in ihrem Studium. Ihr erstes Praktikum etwa hat sie in einem integrativen Kindergarten absolviert, der von behinderten und nichtbehinderten Kindern besucht wird. „Das war eine schöne Zeit, die vier Wochen waren viel zu kurz“, schwärmt sie.

