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Nah am Patienten

Auf Anweisung des Arztes verabreichen Pfleger auch Medikamente.

Christina Callewaert entschied sich bewusst gegen ein Medizin- und für ein Pflegestudium. Manchmal kommt sie acht Stunden nicht zum Sitzen. Sie arbeitet körperlich hart, immer wieder ist sie mit Leid, manchmal sogar mit dem Tod konfrontiert. „Mein Job hat es in sich“, gibt Christina Callewaert zu.

Die 21-Jährige absolviert ein duales Studium im Bereich Gesundheit und Pflege in Kombination mit einer Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin beim Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf. Wie sie der hohen Belastung stand hält? „Ich weiß ja, warum ich es mache“, sagt sie und lächelt. Spätestens, wenn ihre Patienten gesund nach Hause gehen, ist sie sich sicher: Die Arbeit hat sich gelohnt.

Das Krankenhaus als Arbeitsumfeld

Ob sie ihren Dienst früh morgens oder spät abends antritt – wenn Christina mit der Arbeit beginnt, muss sie konzentriert und hell wach sein. „Bei der Übergabe setzen wir uns erst einmal zusammen und besprechen, was in der letzten Schicht vorgefallen ist“, erzählt sie. Berichtet wird, welche Patienten neu hinzugekommen sind, und bei wem es Komplikationen gab.

Dann geht es los: Christina wird einer der Schwestern zur Begleitung zugeteilt. Sie hilft beim Waschen, Wunden versorgen, Blutdruck messen und Infusionen vorbereiten. Zeit ist oft wenig: „Manchmal versorgen wir 35 Patienten zu zweit.“

Nicht immer lässt der Arbeitsalltag genug Raum für persönliche Gespräche. Allerding weiß sie: „In meinem Beruf bin ich näher am Patienten als die Ärzte.“ Diese hätten ihr bei ihrem Praktikum, das sie in der 10. Klasse in einem Krankenhaus absolvierte, von einem Medizinstudium abgeraten. „Ich wollte das aber auch wegen der strengen Zulassungsvoraussetzungen nicht“, räumt sie ein. Allerdings habe sie durch das Praktikum festgestellt, dass die Klinik genau das richtige Arbeitsumfeld für sie sei. Die Alternative: ein Pflegestudium.

Pflege als Wissenschaft

Im mehrwöchigen Wechsel lernt sie nun den Alltag im Krankenhaus kennen und bekommt an der Hochschule sowie der Berufsfachschule die theoretischen Kenntnisse rund um den Pflegeberuf vermittelt – an der Hochschule allerdings mit wissenschaftlichem Hintergrund: „Wir lernen, richtig zu recherchieren und alles zu belegen.“

Zu den Fächern gehören unter anderem Philosophie, BWL, Pflegemanagement und Sozialisation. Einiges davon kann sie schon jetzt in der Praxis anwenden: „Ich erfahre zum Beispiel, in welchem Alter ein Kind was können muss.“ Ob alles stimmt, kann sie bei ihren kleinen Patienten in der Kinderklinik beobachten. Könne ein Zweijähriger etwa noch nicht laufen, sei dies ein Hinweis auf eine Störung.

Solche Auffälligkeiten vermerkt Christina in ihren Dokumentationen. Ihre Tätigkeiten schriftlich zu erfassen, ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. „Das müssen wir wegen der rechtlichen Absicherung machen, da geht es um Haftungsfragen“, erklärt sie. Jedoch nehme dieser Bereich sehr viel Zeit in Anspruch.

Gespräche in der Nachtschicht

 
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