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Herz und Wissenschaft

Luisa gehört zu den ersten Pflegestudentinnen ohne vorherige Berufsausbildung.

Was in den USA bereits seit den 1950er Jahren gang und gäbe ist, hält nun auch in Deutschland Einzug: Abiturienten können direkt nach dem Schulabschluss ohne vorherige Berufsausbildung in der Pflege ein Studium beginnen und einen akademischen Abschluss erwerben. Zu den Vorreitern, die diese Fachrichtung an einer staatlichen Hochschule belegen, gehört Luisa Küpper.

Besser als Büro
Nach dem Abi stand für Luisa zunächst nur eines fest – sie wollte in den sozialen Bereich. „Ich habe mich für viele soziale Studiengänge beworben“, erzählt sie. Interessiert habe sie sich zum Beispiel für Sozialpädagogik und Lehramt mit der Zusatzqualifikation Sonderschulpädagogik. „Im Büro alleine vor mich hinzuarbeiten fand ich eintönig“, erklärt sie. Schon immer habe sie eine Tätigkeit im Team angestrebt, bei der man viel mit Menschen zu tun habe.

Ihre Mutter machte sie schließlich auf die Fachrichtung Pflege aufmerksam. „Mit dem Thema Altenpflege hatte ich schon in der Familie zu tun, meine Oma wurde daheim gepflegt und ich war damals auch mit eingebunden“, erzählt sie. Nachdem Luisa von dem neuen Studiengang erfahren hatte, besuchte sie an der Hochschule den Tag der offenen Tür und sprach mit den Dozenten. Es folgten vier Wochen Praktikum im Altenheim und sie war sich sicher: Aus ihr wird eine Altenpflegerin mit Bachelor werden.

Ein Gefühl für die Patienten
Schon das Praktikum war sehr interessant und anspruchsvoll“, erinnert sie sich. Eingesetzt wurde sie in einer Abteilung für demenzkranke Patienten. Zu ihren Aufgaben gehörte unter anderem, die Senioren beim Essen zu unterstützen: „Das ist gar nicht so einfach.“ Viele Demente haben nämlich Schluckbeschwerden und können kalt nicht von warm unterscheiden. Mit der Zeit habe sie aber ein Gefühl für ihre Patienten entwickelt: „Irgendwann weiß man, wie es ihnen geht, man merkt es an ihrem Verhalten und sieht es an ihrem Gesichtsausdruck.“ Grund zur Sorge bestehe etwa, wenn jemand weniger esse als sonst oder nicht mehr so aktiv sei und mehr schlafe als bisher.

Eigenverantwortlich beurteilen müssen die Studenten den Zustand der Senioren aber noch nicht: „Wir bekommen immer Unterstützung aus dem Team.“ Auch kann sich Luisa für ihre Arbeit noch mehr Zeit nehmen als ausgelernte Fachkräfte. Immer wieder betone ihr Praxisanleiter, dass Genauigkeit wichtiger sei als Schnelligkeit. Allerdings räumt sie ein: „Grundsätzlich ist Zeitdruck in unserer Branche schon ein Problem.“

Erfahrungen am eigenen Leib

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