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Faszination des Lebens

Auch die Versorgung von Neugeborenen gehört zu den Aufgaben einer Hebamme.

Schon in der Oberstufe hat Linda Andres mit dem Gedanken gespielt, Medizin zu studieren. „Letztlich war mir das aber zu zeitaufwändig“, räumt die 21-Jährige ein. Ihren Traumjob fand sie aber dennoch im Krankenhaus. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Praktikum im Kreißsaal. Interessiert hat sie nämlich seit der zwölften Klasse auch der Beruf der Hebamme. Seit kurzem kann man diese Fachrichtung auch auf akademischer Basis erlernen. An der Hochschule für Gesundheit (HSG) in Bochum studiert Linda nun Hebammenkunde.

Linda stammt aus einer kinderreichen Familie. Viele ihrer Cousinen haben bereits Nachwuchs. „Ich fand es immer sehr spannend, wenn eine von ihnen schwanger wurde“, erzählt sie. Inzwischen gehört das Thema Geburt zu ihrem Alltag. Dennoch ist sie jedes Mal aufs Neue fasziniert, wenn Leben zur Welt kommt: „Was da passiert, ist ein Wunder.“

Dabei sein durfte sie bei Geburten schon während ihres Praktikums im Krankenhaus: „Da konnte ich aber noch nichts selbst machen, sondern habe nur zugeschaut.“ Das hat sich nun geändert. In den Praxisphasen ihres Studiums hilft sie mit, die Schwangeren zu betreuen, bis das Kind geboren ist und anschließend im Wochenbett.

Gut gerüstet für den Notfall
Wie das in der Praxis aussieht? Meistens kommen die Frauen in der Klinik an, wenn bereits die Wehen eingesetzt haben. Lindas erste Aufgabe ist es dann, die Formalitäten abzuklären: Gab es frühere Schwangerschaften? Hat die Frau schon einmal eine Fehlgeburt erlitten? Liegen Krankheiten oder Allergien vor?

Dann beginnt die Geburtsvorbereitung. Vor allem Erstgebärende hätten oft Angst vor dem, was auf sie zukomme, berichtet Linda. Sie zu beruhigen sei manchmal nicht einfach: „Einen Trick habe ich noch nicht dafür gefunden.“ Grund dafür sei, dass die Frauen individuell unterschiedlich seien und jede anders reagiere.

Bei Komplikationen, etwa wenn die Nabelschnur nach vorne falle und so die Sauerstoffzufuhr zum Kind unterbunden werde, könne man im Krankenhaus sofort eingreifen: „Das habe ich auch schon erlebt.“ Die Patientin werde dann sofort in den Operationssaal gebracht und ein Notkaiserschnitt durchgeführt.

Wie man mit schwangeren Frauen umgeht, lernen die Studenten ebenfalls in ihrer Ausbildung.

Wichtig sei außerdem, die Frauen zu loben: „Ich sage ihnen immer, dass sie alles sehr gut machen.“ Um den Wehenschmerz zu lindern, führt sie gemeinsam mit ihren Patientinnen Atemübungen durch. Bewährt hätten sich auch Akupunktur und Homöopathie: „Manchen hilft es aber auch, wenn sie in die Badewanne gehen.“

Gegen Ende der Geburt würden aber häufig Schmerzmittel eingesetzt. Ist das Kind auf der Welt, wird es von Linda oder einer ausgelernten Hebamme vermessen und der jungen Mutter gebracht. Die Hebammen betreuen die Frau dann noch etwa zwei Stunden lang. Anschließend wird sie auf die Station verlegt.

Geburt als Wissenschaft

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