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Der wilde Osten

Studieren ist Ostdeutschland lohnt sich!

Grillen beim Professor - an sächsischen Unis geht es familiär zu

„Am Anfang wurde ich hier ein bisschen angeschaut wie eine Außerirdische“, erinnert sich Melanie Kellermann. Wie viele Abiturienten zog es die Straubingerin zum Studium in die große, weite Welt. Doch statt sich in Metropolen oder bekannten Universitätsstädten wie Berlin oder Regensburg in überfüllte Hörsäle zu drängen, traf die heute 29-Jährige eine außergewöhnliche Entscheidung: Sie absolvierte ihr Chemiestudium in der sächsischen Stadt Zittau. „Dort habe ich eine echte Prinzessinnenausbildung bekommen“, schwärmt sie. Ähnliche Erfahrungen macht derzeit Melanie Börner. Die 24-jährige Nürnbergerin studiert in Dresden Grafik-Design.

Melanie Kellermann gehört zu den Kurzentschlossenen: Drei Tage vor Studienbeginn zog sie von Straubing nach Zittau. Hinter dieser spontanen Entscheidung steckte jedoch durchaus Konzept. „Ich habe mich nur an Unis aus dem Osten beworben“, berichtet die Chemikerin. Bei ihren Freunden stieß ihr Entschluss allerdings erst einmal auf Unverständnis. „Viele haben gefragt‚ was willst du denn in Sachsen und ganz erstaunt geschaut“, erinnert sie sich. Ähnlich haben damals zunächst ihre sächsischen Kommilitonen reagiert. „Ich wurde nicht gleich willkommen geheißen“, sagt sie und lacht. Anfangs seien die Studenten sehr reserviert gewesen, hätten  sie lediglich „mit ja und nein abgespeist“. Nach etwa vier Wochen war aber das Eis gebrochen: „Ich habe meinen Charme spielen lassen und ihnen gezeigt, dass ich kein arroganter Besserwessi bin.“

An der Hochschule habe sie sich gut eingelebt. Überschaubare Kursgrößen mit etwa 15 Teilnehmern ermöglichen eine individuelle Betreuung: „Die Dozenten haben uns an der Handschrift erkannt.“ Anders als in Großstädten pflegen die Professoren in Zittau sogar privaten Kontakt zu ihren Studenten, „nach den Vorlesungen haben wir manchmal im Garten bei ihnen gegrillt.“ Unter anderem sei es den guten Studienbedingungen zu verdanken, dass sie ihr Diplom so gut abgeschlossen habe, glaubt Melanie Kellermann.

Ähnliche Erfahrungen macht gerade Melanie Börner. Sie studiert an der Fachhochschule Dresden, einer privaten Einrichtung, an der Studiengänge aus dem kreativen Bereich angeboten werden, Grafik-Design.

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