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Studieren mit Kind

Julia Staudinger mit ihrem Sohn Kolja bei der Verleihung des Magisterzeugnisses in der LMU München.

Studium abbrechen?
Als 22-jährige studiert Julia Staudinger im dritten Semester Amerikanische Kulturgeschichte an der LMU München, als sie ungeplant schwanger wird. Sie denkt darüber nach, abzubrechen – das Studium, nicht aber die Schwangerschaft! Denn für sie steht schnell fest, dass sie das Kind auf jeden Fall bekommen will. Aber bei ihrem Studium ist sie sich plötzlich nicht mehr so sicher: „Will ich weiterstudieren, ist Amerikanistik überhaupt das Richtige für mich?“

Letztendlich beschließt sie, es mithilfe ihrer Eltern und Freunde durchzuziehen. Sie macht sich außerdem bei der Frauenbeauftragten an ihrer Uni schlau und merkt: Es gibt jede Menge Hilfe für studierende Mütter. Vor allem macht es ihr Mut, zu hören, dass andere ihr Studium mit Kind auch schon gepackt haben.

„Wie in einer Selbsthilfegruppe“
„Die Gruppe an der Uni heißt Studieren mit Kind und fühlt sich ein bisschen so an wie eine Selbsthilfegruppe“, sagt Julia und lacht. Während der Schwangerschaft bleibt sie immatrikuliert und beantragt vier Urlaubssemester. Das Gute daran: Julia darf auch während der Beurlaubung Prüfungen schreiben.

Sie beantragt Elterngeld: „Das waren rund 200 Euro und als Alleinerziehende ist man für das Geld wirklich dankbar.“ Zusätzlich spannt sie Omas und Freunde zur Kinderbetreuung ein und nimmt schon nach einem halben Jahr Babypause ihr Studium wieder auf.

 Ein guter Zeitpunkt, um ein Kind zu bekommen
Die ersten zwei Jahre nach der Geburt komme man allerdings nicht besonders schnell voran im Studium, erzählt Julia. „Am Anfang ist es wahnsinnig anstrengend“, erinnert sich die heute 30-Jährige. Wenn ihre Eltern ihr finanziell nicht unter die Arme gegriffen hätten, wäre ein Studium mit Kind unmöglich gewesen, „auf Dauer kann man sich das einfach nicht leisten“.

Ihr gutes soziales Netz hat natürlich vieles leichter gemacht, meint die gebürtige Münchnerin. Sie findet, dass das Studium gar kein schlechter Zeitpunkt ist, um ein Kind zu bekommen: „Im Arbeitsleben kann man sich nicht einfach freinehmen, aber in der Uni ist man flexibel, kann Kurse wiederholen und sich seinen Stundenplan selbst einteilen.“

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