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Teambildungsmaßnahmen spielen ebenfalls eine große Rolle.
Teambildungsmaßnahmen spielen ebenfalls eine große Rolle.

Stuzubi: Was erwartet die Teilnehmer während der fünf Monate?

Susann Heichel: Gemeinschaft, viel Reflektion, viel Miteinander. Wir haben verschiedene Bausteine, z.B. „Beruf und Bewerbung“. Hierbei  schauen wir nach der beruflichen Orientierung. Dabei wenden wir verschiedene Tools oder Methoden an, um die Teilnehmenden auf ihrem Weg hin zu beruflichen Entscheidungen zu begleiten. Wir haben dazu auch extra einen Berufscoach im Team.

„Politik und Soziales“ steht auch ganz oben auf der Liste. Dabei werden politische Themen so aufgearbeitet – auch von den Teilnehmern –  dass sie tatsächlich ein Interesse daran entwickeln können und merken, wie jeder einzelne Politik mitgestalten kann. In weiteren Unterrichtseinheiten bieten wir Rhetorikkurse, Konfliktmediation, Deeskalationstraining, Psychologie und Kommunikationstraining an. Während des Angebots „Glaube und Sinnen“ beispielsweise fahren die jungen Menschen für vier Tage ins Kloster, um z.B. die Atmosphäre mitzunehmen. Ein Tag Schweigen – große Herausforderung, vier Tage ohne Handy – eine noch größere Herausforderung.

„Kultur und Abenteuer“ ist auch noch ein Punkt. Wir haben jedes Jahr eine große Theateraufführung. Wir machen viel Sport, es gibt ganz viele Outdoor-Veranstaltungen, um aktiv zu bleiben. Kunst, Musik, Tanz, interkulturelles Training. Wir als Pädagogen-Team haben so ein paar Vorstellungen  davon, was wir mit den jungen Leuten machen wollen,die Teilnehmenden selber sind aber am Anfang auch ganz stark gefragt, worauf sie Lust haben, welche Themen sie interessieren. Dann gucken wir im Team, was machbar ist und wie wir es einbauen können.

Bei Allem steht natürlich die Gemeinschaft an vorderster Stelle, weil es ein besonderes Miteinander ist. Fünf Monate zusammen zu wohnen, jeden Tag Unterrichtseinheiten zusammen zu haben und gleichzeitig ganz viele Aktionen durchzumachen – dadurch können ganz intensive Beziehungen und Freundschaften entstehen. Der Winterkurs erschafft eine einzigartige Gemeinschaft, die es in solch einer Form im Leben wohl auch nicht mehr geben wird, denn wann hat man schon die Zeit, sich so intensiv mit anderen auseinanderzusetzen?
Wir haben am Ende eines jeden Kurses immer einen Abschlusskreis und dann fließen oft viele Tränen. Einfach, weil‘s so durch und durch ergreifend war.  „Zauberschön“.

Stuzubi: Haben die Teilnehmer nach dem Winterkurs konkretere Vorstellungen von ihrer Zukunft?


Susann Heichel: Viele haben das. Ich würde sagen, der Großteil der Teilnehmer geht hier raus und ist einen großen Schritt weiter mit der Frage, wie die Zukunft aussehen kann. Ob es dann alles wirklich so wird, ist eine andere Frage, aber sie verlassen Hermannsburg und es hat sich etwas verändert. Man möchte fast sagen, sie sind erwachsen geworden… ; ), Sie haben hier etwas mitgenommen, was einzigartig ist, was ihnen geholfen hat, mit sich selber auszumachen, wer sie sind. Ich kenne  keinen Winterkursler, der seine Entscheidung, daran teilzunehmen, bereut hat. Alle schätzen es wert,  sich die Zeit genommen zu haben, sich auf diese Prozesse einzulassen.

Und das ist der Grund, warum ich diese Arbeit mache und warum ich sie liebe: Weil man sieht, wie Großartiges mit den Leuten passiert. Es ist jedes Mal ein großer Moment, wenn sie anfangen zu strahlen, weil sie merken, in welche Richtung sie in Zukunft gehen können.


Stand: 15.03.2016

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