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Kunst - zwischen Traumjob und Existenzkampf

Daniel zeigt uns in seinem Atelier ein paar seiner Modelle und Bilder.
Der Künstler Daniel Schüssler mit einem seiner Bilder

Es ist 16 Uhr, im Flur eines Münchner Hotels in der Innenstadt. „Hier drüben!“, ruft eine Stimme vom Tresen. Ein Mann mit schwarzen, lockigen Haaren im dunkelblauen Pulli winkt uns zu sich. Er sitzt hinter dem Tresen im Eingangsbereich. Daniel ist nebenberuflich Portier. Vier Mal im Monat hilft er hier aus. Er spricht nicht allzu oft über seinen Zweitverdienst. Diese Rolle passt nicht recht in seine Vita. „Die meisten denken, ein Künstler, der seine Bilder für mehrere tausend Euro verkauft, muss über die Runden kommen. Das ist aber nicht unbedingt der Fall“, erklärt er.

Das Klingeln des Telefons unterbricht ihn. Daniel wirkt routiniert in dem Gespräch. Mit einem Lächeln lässt er den Hörer nach kurzer Zeit wieder auf die Gabel fallen. „Es ist eine gute Nebeneinkunft“, fährt er fort. Die Gäste erzählen oft interessante Geschichten – das gefällt ihm. Außerdem kann er hier in Ruhe an neuen Ideen arbeiten. Er zückt sein Skizzenbuch, zeigt uns einen Bienenkorb, grob gezeichnet und andere Entwürfe. Ob wir mehr sehen will? Klar. Wir verabreden uns zu einem
Treffen in seinem Atelier.

"Ohne Nebenjob würde es schwer werden"

Die Sonne strahlt durch die Fenster direkt auf die Besuchercouch, als Daniel uns empfängt. Man merkt auf dem ersten Blick: Hier ist Freigeist zu Hause. Farbtuben sind auf dem Boden verstreut, Entwürfe liegen kreuz und quer auf einem Holztisch.

Im Regal darüber stapeln sich Modellbauten, die als Vorlage für seine Bilder dienen. „Das ist meine Welt“, resümiert er kurz. Und seine Tätigkeit als Portier? Eine Notwendigkeit? Er bekennt: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Das Geschäft als freischaffender Künstler ist beinhart. Es gibt Monate, da ist absolute Ebbe. Ohne eine Zweiteinkunft wäre es momentan noch schwer!“

An seinen Lebenstraum hat Daniel zielstrebig gearbeitet. Nach dem Abitur verschlug es ihn auf die „Deutsche Meisterschule für Mode“, wo er zwei Jahre lang zeichnete, sich mit Farben und Komposition beschäftigte. Danach bewarb er sich an der „Akademie der Bildenden Künste“ in München – Studiengang „Freie Malerei“.

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