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"Ich bin keiner von denen mit dem erhobenen Zeigefinger ..."

Bild: Alexander Gnädiger
Bild: Alexander Gnädiger
Bild: Alexander Gnädiger

AbiQ: Nach dem Abi hast du einige Semester Evangelische Theologie und nichtchristliche Religionen studiert. Hättest du dir auch vorstellen können, vielleicht Religionslehrer zu werden?
Tim: Nein, ich habe das studiert, weil es mich einfach interessiert hat. Beruflich wollte ich nie etwas in dieser Richtung machen. Aber es war spannend. Ich habe auch ganz bewusst Theologie und nichtchristliche Religionen und nicht Religionswissenschaften studiert, weil das von Leuten gelehrt wird, die daran glauben. Ich wollte das von Leuten vermittelt bekommen, die dem positiv gegenüber stehen und nicht von welchen, die davon ausgehen, dass davon nichts stimmt.

AbiQ: Du wirst immer wieder mit Xavier Naidoo verglichen. Ehrt oder stört dich das?
Tim: Da bin ich ziemlich emotionslos. Ich kann das verstehen. Alles, was man nicht kennt, beschreibt man mit Dingen, die man schon kennt. Ich schätze Xavier aber sehr. Er schreibt unglaubliche Texte und ist stimmlich einfach unerreicht.

AbiQ: Deine Texte haben immer wieder auch sozialkritische Komponenten. Verfolgst du mit deiner Musik ein gesellschaftliches Ziel?
Tim: Nein, ich bin keiner von denen mit dem erhobenen Zeigefinger. Ich schreibe mir das einfach von der Seele, das sind persönliche Dinge, die aus mir selbst kommen. Einen missionarischen Zweck hat meine Musik nicht.

AbiQ: Hast du eigentlich bei deinen Auftritten noch Lampenfieber?
Tim: Inzwischen nicht mehr, wenn man zwei bis drei Konzerte die Woche hat, bekommt man Übung. Früher habe ich mich vor Auftritten oft gefragt, wieso tue ich mir das an. Jetzt bin ich zwar noch ein bisschen unruhig, aber nicht mehr panisch. Das liegt aber auch an meiner Band, die lässt mich nicht im Stich und spielt immer nahezu perfekt, auch wenn wir mal nicht geprobt haben.

Außerdem ist es was anderes ob man vor hundert Leuten oder tausenden spielt. Bei wenigen zieht einer, dem es nicht gefällt, die anderen vielleicht mit, bei großen Massen kann das nicht passieren.

AbiQ: Angenommen, es hätte mit der Musik nicht geklappt – welchen Beruf hättest du dir sonst vorstellen können?
Tim: Für mich war immer klar, dass ich mir darüber erst Gedanken mache, wenn ich mir eingestehen muss, dass es für die Musik nicht reicht. Ich hatte nie einen Plan B, wenn man den hat, landet man nämlich auch sehr schnell da. Sicher ist nur, dass aus mir kein normaler Angestellter geworden wäre, das ist nicht das richtige für mich. Ich brauche etwas, bei dem man selbstständig sein kann und viel unterwegs ist.

AbiQ: Und wie geht es mit deiner Musikkarriere jetzt weiter?
Tim: Im kommenden Jahr werde ich sehr viel live spielen. Die nächsten Konzerte sind komplett ausverkauft, bei meiner Tour haben wir über 30 Zusatztermine. Irgendwann wird es natürlich auch ein neues Album geben, aber ich bezweifle, dass das schon nächstes Jahr sein wird. Und dann werden wir sehen, im Moment habe ich so viel zu tun, dass ich nicht groß weiter planen kann. Aber auf das nächste Album freue ich mich jetzt schon.

AbiQ: Vielen Dank für das Gespräch, Tim.

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