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Cosmopolitan-Chefredakteurin Petra Winter über ihre Karriere, den Journalismus und Model-Castings

Petra Winter gehört zu den Senkrechtstartern im Journalismus: Schon mit 29 Jahren übernahm die studierte Politikwissenschaftlerin bei der Cosmopolitan, einer der größten Frauenzeitschriften Deutschlands, den Posten der Chefredakteurin.

Im Interview mit Birgit Querengäßer verrät sie, welche Voraussetzungen man für eine Karriere im Journalismus mitbringen muss, wie man den Einstieg in die Medienbranche schafft und was sie von Casting-Shows hält.

Stuzubi: Wenn Ihnen als Abiturientin jemand vorausgesagt hätte, dass Sie mal Chefredakteurin der Cosmopolitan sein würden – wären Sie stolz auf sich gewesen?
Petra Winter: Ich glaube, stolz kann man sein, wenn man ein konstantes, erfülltes, glückliches Berufsleben hatte. Dafür ist es für mich noch ein bisschen zu früh. Aber ich wäre zumindest sehr zufrieden mit mir gewesen.

Stuzubi: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei der Cosmopolitan bei Ihnen aus?
Petra Winter: Meistens fange ich damit an zu lesen. Die BILD Zeitung und die Süddeutsche gehören zu meiner täglichen Lektüre, zusätzlich lese ich DIE ZEIT, STERN und SPIEGEL und jede Menge Frauenzeitschriften. In der Redaktion beginnen wir um zehn mit einer Konferenz, dann folgen Layout-Abnahmen, Bilder- und Text-Besprechungen. Mittags treffe ich mich mit Anzeigenkunden, Autoren oder Kollegen zum Essen. Den Nachmittag verbringe ich wieder damit, Texte zu lesen oder Termine wahrzunehmen. Da geht der Tag schnell rum.

Stuzubi: Bei Ihnen ging überhaupt alles ganz schnell – Sie sind schon mit 29 Jahren Chefredakteurin geworden. Was war Ihr Erfolgsrezept?
Petra Winter: Man braucht Zielstrebigkeit, eine gute Ausbildung und man muss den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen. Ich habe schon in der neunten Klasse ein Praktikum bei einer Zeitung gemacht. Das hat mir gefallen. Nach dem Abitur habe ich politische Wissenschaften studiert, Journalistik und Italienisch in den Nebenfächern. Nach einem Praktikum bei BILD und BILD am Sonntag habe ich mich auf der Axel Springer Journalistenschule beworben. Wenn man zuverlässig, neugierig und engagiert ist, kommt man auch weiter. Für mich ging es über die Münchner BILD-Redaktion zur Glamour und von dort aus zur Cosmopolitan.

Stuzubi: Wie passen Politikwissenschaften und ihr jetziger Job zusammen?
Petra Winter: Ich habe mir damals die Fächer ausgesucht, die mich interessiert haben. Ich wusste ja schon, dass ich Journalistin werden wollte. Entscheidend sind nicht die Inhalte, sondern die Methodik. Dass der spätere Arbeitgeber sieht: Sie hat sich für etwas interessiert, hat gelernt, wie sie sich einen Stoff erarbeitet und sie weiß, wie man eine Sache durchzieht. Hartnäckigkeit und Interesse, das beeindruckt die Leute. Wenn man etwas aus Vernunft studiert, macht das nur unglücklich. Ich kann nur jedem raten: Mach das, worauf du Lust hast!

Stuzubi: Mit Ihrem Background – hätten Sie nicht Lust gehabt, in die Politik zu gehen?
Petra Winter: Ich habe in meiner Abi-Zeitung geschrieben, ich möchte Bundeskanzlerin werden. Wenn mir so ein Job in den Schoß fallen würde, würde ich ihn wahnsinnig gern machen. Aber der Weg dahin ist mir zu steinig. Ein Traum von mir wäre allerdings die Chefredaktion einer Tageszeitung und da hat man dann natürlich auch wieder mit Politik und Wirtschaft zu tun.

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