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Interview mit dem Motocross-Fahrer Nico Koch

Nico Koch gilt als großes Nachwuchs-
talent und wird deutschlandweit als einer von vier Motocrossern von der ADAC Stiftung Sport gefördert.
Nachwuchstalent im Motocross: Nico Koch

Stuzubi: Wann hast du mit dem Motorsport begonnen, und wie hat sich der Sport dann für dich entwickelt?

Nico: Ich war schon im Kinderwagen immer mit an den Rennstrecken bei den Rennen meines Vaters und wollte mit zwei Jahren selber starten. Mein Vater sagte aber, dass ich erst das Fahrradfahren lernen müsse. Mit drei Jahren habe ich dann im Garten die ersten Runden auf einer kleinen Maschine gedreht, ein Jahr später ging es mit Training und ersten Rennen dann richtig los. Heute muss ich jeden Tag bis Viertel vor Vier zur Schule gehen und mache danach fast täglich Sport. Neben dem Ausdauertraining gehe ich meistens am Mittwoch zum Training auf eine Rennstrecke in Salzgitter. Außerdem stehen am Wochenende Wettkämpfe im ADAC MX Youngster Cup, der Europameisterschaft oder auch Training auf Strecken außerhalb Deutschlands an.

Nichts für schwache Nerven: actionreiche Kurvenfahrten auf der Motocrossstrecke.
Nico Koch auf der Motocrossstrecke beim ADAC MX Masters.

Stuzubi: Wie hast du Sport und Schule miteinander vereinbaren können?

Nico: Probleme gab es damit bei mir nie. Wenn eine Rennveranstaltung weiter von Braunschweig entfernt ist, werde ich von meinen Lehrern wegen der Reise für Freitag und Montag freigestellt. Meine Lehrer finden mein Hobby toll und fördern mich dabei, sagen aber auch, dass ich die Schule nicht vernachlässigen darf. Ich hole mir vor langen Reisen immer den Schulstoff für die Tage, die ich nicht da bin, und mache die Aufgaben auf den Fahrten. Ansonsten höre ich auf den Reisen gerne Musik oder gucke Filme.

Stuzubi: Welche beruflichen Ziele verfolgst du? Wie hat dich bei der Wahl deines Berufsziels der Sport beeinflusst?

Nico: Mein großer Traum ist es, Motocross-Profi zu werden. Aber die Schule war mir schon immer sehr wichtig, denn im Motorsport kann die Karriere durch eine Verletzung sehr schnell vorbei sein. Wenn man sich nur auf den Sport konzentriert und die Schule vernachlässigt, würde man bei einer Verletzung ziemlich weit hinter den anderen Schülern zurückhängen. Um viele Möglichkeiten zu haben, wenn es mit der Motorsportkarriere doch nicht klappen sollte, möchte ich vor einer Ausbildung auch noch das Abitur machen.

Stuzubi: Bei welchem Unternehmen möchtest du deine berufliche Ausbildung idealerweise beginnen?

Nico: Volkswagen ist für mich der optimale Ausbildungsbetrieb, ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, in welche Richtung ich beruflich gehen will. Ich würde aber lieber im Büro oder im Bereich der Planung oder IT arbeiten, als Mechaniker zu werden und an Autos zu schrauben. Mein Onkel arbeitet außerdem bei VW, von ihm habe ich viele gute Sachen gehört. Irgendwann möchte ich dort gerne mal ein Praktikum machen, um herauszufinden, was mir am besten liegt.

Koordinationsübungen gehören für Nico (links) zum regelmäßigen Trainings-
programm.
Nico Koch macht beim Training auch Koordinationsübungen.

Stuzubi: Wie wichtig war dir in der Berufswahl dein privates Umfeld?

Nico: Natürlich habe ich mit meinen Eltern darüber gesprochen, welcher Beruf mich interessieren würde. Wir haben erst überlegt, ob ich nach meinem Realschulabschluss direkt eine Ausbildung beginne. Jetzt möchte ich erst noch das Abitur machen und dann eine Berufsausbildung anfangen. Meine Eltern unterstützen mich dabei, die Schule und Motocross zu verbinden.

Stuzubi: Wo hast du dich über Berufs-und Studienthemen bisher intensiver informiert?

Nico: In der neunten Klasse hatten wir das Fach Arbeit, Technik und Wirtschaft in der Schule. Da haben wir alle über Ausbildungen recherchiert und mit unseren Lehrern über Gehälter und Aufgaben gesprochen. Außerdem haben wir in diesem Fach gelernt, wie man Bewerbungen schreibt und was in einem Bewerbungsgespräch auf uns zukommt. Zu sehen wie das alles funktioniert, hat mir schon sehr geholfen für die Zukunft.

Stuzubi: Wie willst du in Zukunft Sport und Schule oder Ausbildung kombinieren?

Nico: Ich würde gerne so weitermachen wie bisher, auch wenn ich weiß, dass Schule und Ausbildung natürlich Vorrang haben. Ich will gerne beides auf einer Ebene halten, weil beides sehr wichtig ist. Wenn die Möglichkeit besteht, einen Teil meiner Ausbildung in Amerika zu machen, könnte ich definitiv nicht Nein sagen. Die USA hat die schönsten Strecken, und jeder Motocross-Fahrer träumt davon, dort Rennen zu fahren.

Stuzubi: Ist Motocross für dich der perfekte Ausgleich zur Schule?

Nico: Sport allgemein ist für mich sehr wichtig, ich mache im Sommer viel Ausdauertraining, im Winter bin ich oft im Fitnessstudio. Außerdem wüsste ich gar nicht, was ich an den Wochenenden machen würde, wenn ich nicht Motocross fahren könnte. Ein Leben ohne Motorsport kann ich mir gar nicht vorstellen.

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