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Nie mehr Mathe-Frust

Maxim (rechts) und Raphael entwickelten schon als Jugendliche ihre Mathe-App.
Foto: Oxana Nitsche

Die Brüder Maxim und Raphael Nitsche erfüllen einen Traum für alle, die mit Mathe nichts anfangen können, Panik-Attacken vor jeder Klausur haben oder das berüchtigte Horror-Fach abgrundtief hassen: Sie entwickelten die Mathe-App „MATH 42“. Die App löst Schritt für Schritt komplexe Rechenaufgaben, entdeckt gezielt Schwächen der Nutzer, bietet passende Übungsaufgaben und Antworten auf spezielle Fragen und hilft so, Mathematik zu verstehen.

Mittlerweile können sich Nutzer die App in sechs verschiedenen Sprachen über den App Store herunterladen. Mehr als zwei Millionen Downloads hat MATH 42 schon – und es werden sicherlich noch mehr, denn 2016 wird MATH 42 auch für Android-Nutzer weltweit angeboten.

Für die Brüder bedeutet der Erfolg ein Leben, das für ihre Freunde wie ein ferner Traum klingt: Fernsehauftritte, um die Welt jetten, MATH 42 promoten, Investoren suchen, Interviews geben, Vorträge halten…Trotz seines vollen Terminplans hat sich Maxim Zeit für unsere Fragen genommen.

Stuzubi: Mit 14 bzw. 15 habt ihr angefangen, an eurer App zu arbeiten – hat das eigentlich immer Spaß gemacht? Oder habt ihr manchmal eure Mitschüler beneidet, die neben der Schule nicht zusätzlich an so einem großen Projekt gearbeitet haben?

Maxim: Es war ja nicht so, dass wir nichts anderes gemacht haben – wir waren trotzdem noch beim Sport, haben Freunde getroffen und sind feiern gegangen. Der Unterschied war nur, dass wir die Zeit, die wir zuhause waren, vielleicht nicht Computer gespielt haben, sondern eben daran gearbeitet haben, die App zu entwickeln. Es gab natürlich frustrierende Zeiten, zum Beispiel, wenn wir einen Fehler entdeckt haben oder die Arbeit von sechs Monaten neu machen mussten. Aber insgesamt hat es unglaublich viel Spaß gemacht.

Stuzubi: Wie kam es zu eurem Fernsehauftritt bei „Die Höhle der Löwen“?

Maxim: Die haben uns angeschrieben und gefragt, ob wir teilnehmen möchten. Mein Vater war zuerst komplett dagegen. Ich fand aber, dass es eine tolle Gelegenheit ist, um unsere App einem breiten Publikum in der Prime Time vorzustellen, auch wenn es mit einem Investor nicht klappen sollte.

Stuzubi: Wie habt ihr euch vor eurem Auftritt in „Die Höhle der Löwen“ gefühlt? Ihr wirkt sehr selbstsicher in der Aufzeichnung, wart ihr gar nicht nervös?

Maxim:
Oh doch, man ist immer nervös – ich bin sowieso jemand, der unglaublich große Prüfungsangst hat. Aber ich bin selbstsicher dadurch, dass ich weiß, wovon ich spreche und auf alle möglichen Fragen auch die Antwort kenne. Gute Vorbereitung hilft grundsätzlich bei Prüfungsangst.

MATH 42 stellt auf dem Smartphone oder Tablet die Lösungen bis ins kleinste Detail dar.
Fotos: MATH 42

Stuzubi: Euer Leben klingt für viele in deinem Alter unvorstellbar. Wie sieht denn ein „typischer Tag“ von dir aus? Hast du überhaupt noch Zeit für Hobbys?

Maxim:
Mein Tag sieht gerade so aus, dass ich morgens um sechs Uhr aufstehe, um kurz vor acht im Büro bin und abends nie vor acht zuhause bin und das auch samstags und sonntags. Es gab auch eine Zeit, in der wir erstmal lernen mussten, damit zurechtzukommen. Es geht eigentlich nur darum, den Tag gut durchzuplanen und genau zu wissen, welche Arbeiten anstehen. Dann komme ich auch schnell damit durch. Ich bin jemand, der wahnsinnig gern ausgeht, Freunde trifft und Sport macht, dafür muss definitiv Zeit sein.

Stuzubi: Welchen Tipp hast du für Schüler, die Angst vor Mathe haben?

Maxim: Die Angst vor Mathe kommt davon, dass man denkt, wenn man es nicht gleich versteht, dann versteht man es nie. Im Endeffekt ist Mathematik wie eine Sprache, es muss auch genauso gelernt werden und ist Übungssache: Wenn ich Französisch nur lese, werde ich es niemals sprechen können. Es hilft auch, sich bewusst zu machen, dass andere ebenfalls dieses Problem hatten: Auch große Mathematiker mussten das Ganze erstmal lernen.

Stuzubi: Welche Zukunftspläne habt ihr für euch und für MATH 42?

Maxim: Momentan haben wir eine Pause von unserem Studium eingelegt, denn MATH 42 ist zurzeit die Priorität. Wir arbeiten jetzt nur daran, unser Ziel zu erreichen: Mit MATH 42 für jeden Einzelnen eine maßgeschneiderte Lösung zu haben.

Stuzubi: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine Zukunft!

 
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