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Profisport und Studium - geht das?

Im Eishockey gehts auch schon mal hart zu
Mit vollem Einsatz am Puck

Stuzubi: Was sind deine Ziele aus sportlicher Sicht? Die deutsche Nationalmannschaft?
Martin:
Ein großes Ziel, das ich in den nächsten Jahren erreichen möchte, ist für mich schon, ein fester Teil der Nationalmannschaft zu werden. Und gerade jetzt, wenn man wieder nach Sotschi sieht. Einmal dabei sein bei Olympia, das wäre natürlich ein Traum.

Stuzubi: Neben deiner sportlichen Karriere absolvierst du momentan ja ein Fernstudium. Was für einen Studiengang hast du denn gewählt und warum?  
Martin:
Ich mache gerade den Sportfachwirt als Fernstudium. Davor habe ich schon eine Sportmanagement-Weiterbildung als Voraussetzung für das Studium absolviert. Das Studium hat einfach viel damit zu tun, was ich sportlich mache, deshalb interessiert es mich. Ich hab auch als Sportler schon gute Einblicke in bestimmte Themen bekommen, die mir nun beim Studium helfen.

Stuzubi: Hältst du es für wichtig, neben der sportlichen Laufbahn einen „Plan B“ für die Zukunft zu haben?
Martin:
Doch, auf jeden Fall. Ich finde es sehr wichtig, weil eine Sportlerkarriere einfach nur bis 30-35 Jahren, bei manchen vielleicht noch bis 40 geht und das war‘s dann. Es ist im Eishockey auch nicht so wie im Fußball, wo man genügend Geld verdient, um nach der Karriere nicht mehr arbeiten zu müssen. Deshalb muss man sich Gedanken machen, was man nach der sportlichen Laufbahn machen will. Nach dem Sport folgen also eigentlich erst die zweite Karriere und das „richtige“ Berufsleben. Ein Plan B ist daher schon sehr wichtig.    

Stuzubi: Siehst du dann deine Zukunft auch im Eishockey? Als Trainer vielleicht oder im Management?
Martin:
Das ist schwierig zu beantworten. Einerseits habe ich schon die Verbindung zum Sport, andererseits weiß ich noch nicht, ob ich später auch noch den Tagesablauf eines Sportlers haben will. Du hast einfach so einen ungeregelten Tagesablauf, du musst dich immer nach Spieltagen richten, du hast kein Wochenende und manchmal auch keine Feiertage. Aber ich würde schon gerne mit dem Sport verbunden bleiben. Es würde mich interessieren, aber vielleicht nicht als Trainer. Aber das kann ich jetzt noch nicht sagen.
 
Stuzubi: Wie verbindest du deine Sportlerkarriere im Eishockey mit dem Studium? Beschreibe doch einmal einen typischen Tagesablauf.
Martin: Den Sport und das Studium zu verbinden, ist nicht so einfach, weil wir in München sehr viel und umfangreich trainieren. Gerade dieses Jahr mit meinen vielen Verletzungen, und zusätzlich der Reha, da ist es noch umfangreicher als wenn man fit ist. Das beansprucht schon sehr viel Zeit. Ich versuche einfach immer zu lernen, wenn wir reisen. Das ist aber nicht ganz leicht, weil das körperliche Training müde macht und anstrengend ist. Sich da zu motivieren, ist nicht immer so einfach.  

Einen ganz typischen Tagesablauf gibt es meist sowieso nicht, es ist doch sehr unregelmäßig. Unter der Woche ist das Training meistens vormittags, am frühen Nachmittag komme ich heim und dann heißt es lernen. Wenn wir auswärts spielen, steht in der Früh erst das Training auf dem Plan, dann kommt die Besprechung, kurze Pause und abends das Spiel. Entweder lerne ich dann unterwegs, am Nachmittag oder wenn ich mal frei habe, auch bei mir zuhause draußen auf der Terrasse im Liegestuhl. Aber man merkt, wenn man nicht regelmäßig lernt, dass die Zeit knapp wird. Deshalb müsste ich eigentlich jede Gelegenheit nutzen, auch wenn es manchmal eben schwer fällt.

Stuzubi: Und wie läuft das mit deinen Prüfungen?
Martin: Das ist der nächste Punkt, der nicht ganz einfach ist. Die Prüfungen sind meist für „normale Berufstätige“ gelegt, am Wochenende oder zu Zeiten, bei denen sie sich frei nehmen können. Manchmal musste ich deshalb eine Prüfung schon verschieben, weil es zeitlich einfach nicht hingehauen hat.  

Stuzubi: Bleibt dir neben so vielen Verpflichtungen eigentlich noch Zeit für private Dinge? Was machst du, wenn du Freizeit hast?
Martin:
Der Sport bestimmt natürlich schon den Großteil meines Lebens. Ich weiß natürlich auch immer, wenn ich mal frei habe, dass ich lernen sollte. Aber ich gehe schon mal gern ins Kino oder in die Stadt mit Freunden zum Essen. Das kriege ich schon hin.

Stuzubi: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für deine Zukunft.

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