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Interview im Klassenzimmer

Leon gelingt der Spagat zwischen Schule und Profifußball sehr gut, sagt seine Klassenlehrerin Ulla Kaupp
Auch international hat Leon schon gespielt - für Deutschland

Die Journalisten im Klassenraum löchern ihn eine gute Halbzeit lang mit Fragen. Leon antwortet ruhig und abgeklärt, manchmal mit hintergründigem Witz. Was ihn am meisten nerve, wollen die Reporter wissen. „Niederlagen. Und lange Auswärtsfahrten. Am schlimmsten sind also lange Auswärtsfahrten nach Niederlagen.“ Wenn man ihn so reden hört, glaubt man kaum, dass Leon erst im Februar 2013 volljährig wurde.

„Das ist das Resultat einer guten Erziehung und einer intakten Familie. Ich fühle mich zuhause sehr wohl, konnte mit meinen Eltern und Geschwistern immer über alles reden.“ Ulla Kaupp, die ihn sowohl als Klassenlehrerin als auch als Lehrerin in seinem Leistungskurs Sport betreut, kennt ihn kaum anders und kann von daher nichts Besonderes daran finden. „Ich habe seinen Werdegang ja nicht von der fünften Klasse verfolgen können, sondern kenne ihn erst seit anderthalb Jahren, seitdem er in diese Klasse gekommen ist“, sagt sie. „Und Leon war schon damals eher ruhig und abwartend.“ Innerhalb des Klassenverbandes verhält sich der 18-Jährige laut ihrer Aussage allerdings genauso wie seine Altersgenossen, kaue Kaugummi und schiele andauernd aufs Handy.

Seit der F-Jugend kickt Leon für den VfL. Vorher, von 1999 bis 2000, war der gebürtige Bochumer für seinen Stadtteilclub Werner SV aktiv. Der Trainer, der ihn in der Jugend am meisten nach vorne gebracht habe, sei Alexander Richter gewesen. „Herr Richter, der Nachwuchsleiter des VfL, war in der C-Jugend kurzzeitig unser Trainer. Er hat mich eindeutig weiter gebracht und mein Spiel geprägt.“

Bochumer Junge mit Goldmedaille
Mit derselben Rasanz, mit der er sich zuweilen auf dem Platz bewegt, hat sich auch seine Karriere entwickelt. Bereits als 15-Jähriger schaffte er den Sprung von den B2-Junioren in die B1-Klasse. In seinem zweiten B-Juniorenjahr spielte er die Hinrunde für die U17, in der Rückrunde lief er bereits für die U19 auf. Und nun ist er als 18-Jähriger Stammspieler bei den Profis. Eine Entwicklung, die auch der DFB honoriert, der ihn in diesem Jahr mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold als Jahrgangsbesten der U17 auszeichnete. Damit steht er nun in einer Reihe mit prominenten Kickern wie Lars Bender, der die Trophäe 2006 gewann, oder Mario Götze, dem Goldmedaillengewinner von 2009.

300 Fehlstunden in der Schule

 
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