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Johannes Strate „Die Zeichen stehen auf Sturm“ (CD-Kritik)

Johannes Strate - Die Zeichen stehen auf Sturm (Album, VÖ 30.09.2011)
Johannes Strate - Die Zeichen stehen auf Sturm (Album, VÖ 30.09.2011)
Johannes_Strate ©Matthias Arni Ingimarsson
Johannes_Strate ©Matthias Arni Ingimarsson

Am 30. September legte Johannes Strate mit „Die Zeichen stehen auf Sturm“ sein erstes Soloalbum vor. Weil der 31-Jährige in den letzten Jahren viele leise Songs geschrieben hat, die zum lauten Revolverheld-Sound einfach nicht passen, darf man sich jetzt auf das neue Album des Singersongwriters freuen. In den zwölf Songs geht es um die großen Lebensfragen: um Liebe, Freundschaft, Heimat und um die Suche nach sich selbst.

Mit jedem Lied erzählt er eine kleine, zarte Geschichte und vertont sie mal sanft, mal kraftvoll mit Akustikgitarre, Klavier, Banjo oder den Streichern des isländischen Symphonieorchesters. Schon der erste Song „Ich mach meinen Frieden mit mir“ geht mit einem Sound aus fanfarenartigen Bläsern und Gitarre gut ins Ohr. Er handelt davon, dass da einer mit sich ins Reine gekommen ist – es ist ein Bekenntnis zu sich selbst, das am Ende eines langen, verzweifelten Weges steht: Wo ich gewesen bin / kurz oder lang / ganz egal wo ich kam nie richtig an / war viel zu verloren, war viel zu schnell / hatte nie Ruhe, hab mich nur verstellt.

„Wenn es um uns brennt“, und „Du kannst streiten und schreien bis die Welt untergeht“ sind leise Liebeslieder, deren ehrliche Texte einem unter die Haut gehen. Man hat beim Anhören das Gefühl, als könnte man Johannes Strate direkt in die Seele schauen, so ungekünstelt und geraderaus sind seine Texte. In „Guten Morgen Anna“ ist das die Hoffnung auf immerwährende Liebe, die man sich beim Anhören unwillkürlich wünscht: Ich will um die Wette rennen / im Garten pennen und wenn wir uns zehn Jahre kennen / will ich noch was Besondres für dich sein. Seine Sehnsuchtsorte sind keine mondänen Großstädte, nicht Paris oder New York, sondern seine wirkliche Heimat, wie etwa der Spiekerooger Strand. In „Es tut mir weh dich so zu sehen“ besingt Johannes Strate zum Trost für seine tieftraurige Ex-Freundin die Stadt, aus der er kommt: Lass uns wieder mal nach Bremen / vielleicht tun alte Freunde gut.

Wie bei „Es tut mir weh dich so zu sehen“ geht es auch in „Gespenster“ um das tragische Ende einer Liebe. Es ist einer der leisesten Songs auf dem Album, nur ganz zurückhaltend begleiten Streicher und Piano die tiefe, markante Stimme Strates. Sehr melancholisch klingt es, wenn Strate den Fade-out einer Beziehung beschreibt: Du streichst durch die Wohnung / als wärst du ein Geist / die Gesten die Worte / sind längst eingeweicht / du redest nicht viel / meist mit dir selbst / ich weiß dass du lang / schon nicht mehr auf mich zählst.

Der zwölfte und letzte Song „An Rosalinde“ ist ein ganz besonderes Duett. Es wird nämlich von Vater und Sohn gesungen. Außerdem wirken als Gäste am Album mit: Kim Frank, der ehemalige Echt-Frontmann, Axel Bosse, Helgi Jonsson  und die Züricher Sängerin Valeska Steiner.

Fazit: Bei seinem ersten Solo-Projekt zeigt sich Strate viel dezenter und zurückhaltender, als in seiner Rolle des Frontmanns von Revolverheld. Wer die weiche Seite des Sängers kennenlernen will, sollte sich das neue Album auf keinen Fall entgehen lassen.

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