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Olympia-Teilnehmer Jörn Stöhler im Interview

Einsteiger? Von wegen! Das Buch ist für Studienanfänger.

Geometrie, Algebra, Zahlentheorie. Was bei vielen Schülern Angst und Schrecken auslöst, ist Jörn Stöhlers größtes Hobby. Und er ist richtig gut. Der 16-Jährige aus Kaufering bei Landsberg am Lech hat es sogar ins deutsche Team für die Internationale Mathematikolympiade (IMO) geschafft. Mit fünf weiteren Mathe-Assen flog  Jörn im Juli um die halbe Welt nach Kolumbien, um Deutschland vor rund 100 Ländern zu vertreten. Wie er es ins deutsche Team geschafft hat, was ihn an Mathematik so fasziniert und wie seine beruflichen Pläne aussehen, verrät er im Interview.

Die Begabung für Zahlen und ihre Logik ist Jörn Stöhler in die Wiege gelegt worden. Mit nicht einmal zwei Jahren stand er schon im Supermarkt an der Obst- und Gemüsetheke und rechnete die Preise zusammen – natürlich im Kopf. Seitdem ist Mathe sein ständiger Begleiter. In der vierten Klasse nahm er zum ersten Mal am Wettbewerb Jugend forscht teil. Es folgten der Landeswettbewerb Mathematik Bayern, der Bundeswettbewerb Mathematik und die Mathematikolympiade.

Heute, mit gerade mal 16 Jahren, löst er im internationalen Vergleich Aufgaben auf höchstem Niveau. Zumindest versucht er es. Denn die IMO-Aufgaben haben es in sich. „Es ist schon vorgekommen, dass Jurymitglieder eine Aufgabe nicht lösen konnten“, verrät Jörn, „einige Teilnehmer dafür schon.“

Im Gegensatz zu deutschen Wettbewerben, die ihre Teilnehmer nach Alter und Klassenstufe gruppieren, müssen alle IMO-Teilnehmer dieselben Aufgaben lösen. An zwei Tagen haben sie jeweils fünf Stunden Zeit für drei Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.

Jörn weiß, wie man so einen Abakus richtig benutzt.

Nur U-Bahn verstehen
Um sich auf das Niveau einzustellen, übt Jörn mit den Aufgaben der Vorjahre. Strenge Lern-einheiten pro Tag kennt er dabei aber nicht. Bei Mathematik ginge es nicht so sehr ums Üben, sondern um das Anwenden von schon Gelerntem in neuem Zusammenhang, meint er, also um Erfahrung. „Neue Aufgaben zu lösen, ist ungefähr so, als würde man in eine fremde Stadt fahren“, erklärt Jörn. „Da versucht man auch, sich durch die Erfahrungen, die man in anderen Städten gemacht hat, zu orientieren. Zum Beispiel beim Lesen des U-Bahn-Fahrplans.“

Um seinen „U-Bahn-Plan“ lesen, also die Matheaufgabe lösen zu können, muss Jörn mathematische Sätze anwenden. Zum Beispiel den Satz des Thales (Jeder Winkel, der auf einem Halbkreisbogen liegt, ist ein rechter Winkel.) oder den Satz des Pythagoras (a2+b2=c2). Mittlerweile hat er diese Schulmathematik aber weit hinter sich gelassen. Er beherrscht bereits den Stoff bis zum Abitur. Kein Wunder, dass er sich im Unterricht eher langweilt. Unwichtig ist Schulmathe deshalb aber nicht. „Sie ist der Grundstock, aber die Wettbewerbsaufgaben der IMO gehören zur schul- und forschungsfernen Mathematik“, berichtet er.

Im Sommer geht's ans Max-Planck-Institut in Bonn

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Teste deine Mathekenntnis

Möchtest du dich an einer von Jörns Matheaufgaben versuchen?

Hier ein Beispiel aus der leichten Kategorie:
Man bestimme alle Primzahlen p mit der Eigenschaft, dass 7p + 1 eine Kubikzahl ist.

Mehr Aufgaben findet ihr unter
www.mathematik-olympiade.de

Mathe-Cracks werden aus solchen Tafelbildern schlau