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Die perfekte Welle

Stephan surft in der Jugendklasse Bic Techno 293 One Design
Stephan bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Warnemünde 2012

Schon in Grundschulzeiten hat sich Windsurfer Stephan Hecker, der in Bad Endorf in der Nähe des Chiemsees wohnt, das Board seines Vaters geschnappt und ist raus aufs Wasser. Später in der fünften Klasse kam er durch Projekttage an seiner Schule zum Regatta-Surfclub Chiemsee (RSCC), der sich dort mit einem Schnupperkurs Windsurfen präsentierte. Das Fieber packte ihn sofort, er trat dem Surfclub bei und ist heute einer der erfolgreichsten deutschen Surfer in der Jugendklasse Bic Techno 293 One Design. 2012 wurde er Deutscher U15-Meister und landete zudem gemeinsam mit seinem Teamkollegen Lukas Huber auf Platz 1 der Surfbundesliga.

Schule und Leistungssport

Momentan geht Stephan in die achte Klasse des Ludwig-Thoma-Gymnasiums Prien am Chiemsee und versucht, seinen Leistungssport mit der Schule so gut es geht zu vereinbaren. Das klappt bislang auch sehr gut: vormittags Schule – nachmittags aufs Wasser. Wenn besondere Wettkämpfe wie beispielsweise die Deutsche Meisterschaft oder die WM anstehen, bekommt er von seiner Schule frei. Auch die Ferien verbringt Stephan größtenteils auf dem Brett und nimmt an Trainingslager seines Surfclubs teil. Seine Eltern sind ihm dabei eine große Stütze – sei es als Chauffeure, als Sponsoren oder anfeuernde Fans am Ufer.

Die hohe Geschwindigkeit beim Gleiten ist für Stephan das Besondere am Surfen
Zum Profi wird man am Besten in einem Surfclub

Freestyle, Wave und Raceboard

Die Deutsche Meisterschaft 2012 zu gewinnen, war bisher einer seiner größten Momente: „Es war ein tolles Gefühl vor allen Deutschen zu sein. Das Beste war aber in der Jugendrangliste nicht nur Erster U15, sondern Dritter der Gesamtwertung (U17) zu sein.“ Im Windsurfen gibt es verschiedene Disziplinen, beispielsweise Freestyle, Slalom, Wave, Raceboard oder die Olympische Klasse RS:X und Jugendklasse Bic Techno 293 One Design. Auf letztere hat sich Stephan spezialisiert und dort seinen Meistertitel geholt.

Internationale Surfer-Luft hat Stephan in seinen jungen Jahren auch schon geschnuppert: Letztes Jahr nahm er an der Weltmeisterschaft in Medemblik in Holland teil. Nach drei Tagen Qualifikationsrunden wurden die Teilnehmer dabei in zwei Gruppen eingestuft, in „Gold Fleet“ (Wettkampf um die Plätze 1-44) und „Silver Fleet“ (45-88). Stephan startete in der Silver Fleet und erreichte den 54. Platz – für einen Deutschen, wie er selber sagt, ein sehr gutes Ergebnis, aufgrund des bei uns oft fehlenden Windes und die daher nicht immer idealen Trainingsmöglichkeiten. 

Das Besondere am Windsurfen ist für Stephan der extreme Speedrausch: „Es fühlt sich an, als fahre man 100 km/h, doch in Wirklichkeit sind es bloß 30-50 km/h.“ Dieser Adrenalinkick macht Windsurfen für ihn so spannend und aufregend.

Ob er später mit dem Surfen seinen Lebensunterhalt verdienen möchte, da ist sich Stephan noch nicht ganz sicher. Nach dem Abi will er aber erst einmal Sportwissenschaften studieren und nebenbei natürlich seinem Lieblingssport treu bleiben.

Übung macht den Profisurfer

Anderen Jugendlichen, die sich für den Wassersport interessieren, rät er, am besten einem Surfclub beizutreten und einen Kurs zu belegen. Vor allem als Anfänger bekommt man dort viele hilfreiche Tipps zu Technik, Material und auch wettertechnischen Bedingungen. Will man das Surfen nicht nur als Hobby, sondern auch als Leistungssport ausüben, lautet die oberste Devise: So oft wie möglich aufs Wasser und üben, üben, üben. Als Leistungssportler kannst du darüber hinaus auch meist mit finanzieller Unterstützung durch deinen Surfclub und den Deutschen Segler-Verband rechnen.   

 
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