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Knigge-Training für Berufseinsteiger


Susanne Beckmann ist Knigge-Beraterin und weiß, wie man sich im Berufsleben benehmen sollte.
Stuzubi Interview mit Susanne Beckmann

Mit dem Berufseinstieg beginnt ein neuer Lebensabschnitt und das Sozialverhalten wird immer wichtiger.


Auszubildende sehen sich daher mit Fragen konfrontiert, wie „Duze oder Sieze ich meine Kollegen? Welche Kleidung ist bei der Arbeit angemessen?“

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zur „Stil & Etikette-Trainerin“ machte sich Susanne Beckmann als Knigge-Beraterin selbstständig. Unter dem Motto „Souveränität bewegt“ berät sie nun über angemessenes Verhalten im Job. Im Stuzubi-Interview verrät sie, welches Verhalten im Job angemessen ist und welche No-Go's es gibt.

Stuzubi: Sie sind Knigge-Trainerin und haben mit #Benehmen Ihr erstes Buch veröffentlicht. Können Sie uns etwas über Ihren Beruf erzählen und wie Sie darauf kamen als Knigge-Trainerin zu arbeiten?


Mein Beruf macht mir sehr viel Spaß, weil ich Menschen darin unterstützen darf, sich sicherer in ihren beruflichen, aber auch privaten Alltagssituationen zu bewegen, Fettnäpfchen zu vermeiden und als Persönlichkeit sichtbarer zu werden.Knigge – und das ursprüngliche Werk steht ja heute nur als Synonym für stilsicheres Verhalten und wertschätzenden Umgang – hat heute nicht mehr viel mit steifem Verhalten zu tun. Die Regeln werden immer wieder modernisiert, so dass sie auch in die Zeit passen. Viele Menschen haben erkannt, dass Umgangsformen sehr viel mit beruflichem Erfolg zu tun haben. Denn wer gute Umgangsformen hat und sie authentisch lebt, gewinnt an Sympathie, erzeugt nachhaltige Beziehungen, überzeugt charmant und tritt souverän, also selbstsicherer auf. Das ist wichtig, denn heute wird wieder großen Wert auf gutes, angemessenes Verhalten gelegt.

In Zeiten austauschbarer Produkte spielen der Faktor Mensch und die zwischenmenschlichen Beziehungen eine immer stärkere Rolle. Natürlich wollen wir alle wertschätzend behandelt werden und sollten auch unseren Mitmenschen gegenüber freundlich und respektvoll auftreten. Das gilt für Kundenbeziehungen, aber auch den kollegialen Umgang mit den Kollegen oder Vorgesetzten. Ich möchte Mitarbeiter und Führungskräfte für mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen sensibilisieren und gebe dafür meinen Leitsatz immer wieder aus: „Unsere eigene Freiheit endet genau dort, wo die Bedürfnisse der anderen beginnen.“ Ich glaube, dass bringt es auf den Punkt.

Wie ich darauf kam Knigge- Trainerin zu werden? Das war eher ein Zufall. Für mich war gutes Benehmen immer eine Selbstverständlichkeit. Vor einigen Jahren war ich als Unternehmensberaterin bei einem Kunden, der mir von dem „schlechten Kleidungsstil“ und dem „suboptimalen Umgangsformen“ seiner Außendienst-Mitarbeiter berichtete. Seine Frage war: „Können Sie meinen Leuten nicht mal erzählen, wie man sich benimmt und sich anständig kleidet?“ „Klar kann ich das“, war meine Antwort. Als ich die Firma verließ, war mir erst klar, welches Versprechen ich dem Unternehmer gegeben hatte. Da ich absolute Professionalität von mir erwarte, habe ich dann eine Ausbildung zur „Stil & Etikette-Trainerin“ gemacht, bevor ich seinen Auftrag angenommen habe.

Susanne Beckmann berät nach dem Motto "Souveränität bewegt".
Susanne Beckmann - Souveränität bewegt

Stuzubi: Wie wird man Knigge-Trainerin? Braucht man bestimmte Voraussetzungen, um in diesem Beruf zu arbeiten?


Zunächst braucht man die innere Überzeugung und grundlegende Einstellung zu diesem Thema, denn alles Antrainierte wirkt nicht echt, sondern aufgesetzt und schnell peinlich. Eine gewisse Lebenserfahrung ist ebenfalls sehr hilfreich.Ich war durch meine Tätigkeit im Außendienst gewöhnt, stilsicher und wertschätzend mit anderen Menschen umzugehen. Dazu kam dann eine Trainerausbildung, in der ich gelernt habe, wie man Themen didaktisch vermittelt. Beides ist eine optimale Voraussetzung für die „Stil & Etikette-Ausbildung“. Darüber hinaus habe ich mich von einer sehr erfahrenen und bekannten Expertin fachlich in Stil& Etikette und anschließend in der modernen Tischkultur ausbilden lassen.

Stuzubi: Was raten Sie Berufseinsteigern allgemein? Gibt es konkrete Beispiele, was man beachten sollte und was im Berufsalltag gar nicht geht?


Beispiel und Tipps gibt es natürlich einige. Grundsätzlich wichtig ist eine freundliche, offene und hilfsbereite Art. Achten Sie die typischen deutschen Werte wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und halten Sie im Unternehmen Augen und Ohren offen, um zu erkennen welche Unternehmenskultur gelebt wird. Zum Beispiel: Wie gehen die Kollegen im Team miteinander um? Welche Kleiderordnung gibt es?

Ein absolutes No-Go ist es, in kurzen Hosen und offenen Schuhen im Unternehmen zu erscheinen. Die Damen sollten nicht in Shirts mir Spaghettiträgern, zu engen Blusen mit tiefem Ausschnitt oder Miniröcken und High Hells erscheinen.

Stuzubi: Auch das Vorstellungsgespräch macht viele Berufseinsteiger nervös. Haben Sie Tipps, wie sich Bewerber am besten verhalten sollten?


Es ist mit Sicherheit hilfreich, wenn Sie ein solches Gespräch immer wieder üben und sich dabei Ihre Stärken bewusst machen. In der Situation selbst ist allerdings schon der erste Eindruck bei der Begrüßung wichtig. Betreten Sie den Raum mit einem ehrlichen Lächeln, einer offenen Körperhaltung, in der passenden Kleidung und sagen Sie deutlich und mit Blickkontakt „Guten Tag.“ Warten Sie aber ab, bis Ihr Gesprächspartner Ihnen die Hand reicht. Stellen Sie sich mit Vor- und Nachnamen vor und warten Sie, bis er Ihnen einen Platz anbietet. Seien Sie in dem Gespräch vor allem natürlich und authentisch. Den meisten Unternehmern und Personalchefs fällt schnell auf, wenn jemand eine Rolle spielt. Sie müssen sich nicht fühlen wie ein „Bittsteller“, schließlich suchen Sie nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch das Unternehmen einen guten Mitarbeiter.

Stuzubi: Duzen oder Siezen im Berufsalltag? Was ist Ihre Meinung dazu?


Da gibt es klare Regeln: Im Beruf spreche ich grundsätzlich jeden mit Sie an. Unter Auszubildenden wird sich meistens sofort geduzt. Erst wenn ich als Azubi oder als neuer Mitarbeiter das Du angeboten bekomme, kann ich es annehmen (oder auch freundlich ablehnen – auch das ist möglich). Dabei gilt die Regel, dass das „DU-Angebot“ immer von dem Ranghöheren oder von dem Kollegen der länger im Unternehmen ist, kommt.In New Economy-Unternehmen oder Unternehmen mit einer modernen Führungskultur werden diese Regeln häufig aufgeweicht. Das bedeutet, dass sich alle Mitarbeiter bis zum Chef duzen. Sollte diese Unternehmenskultur vorherrschen, wird das sehr schnell kommuniziert und gilt dann als Unternehmens-interne Regel. Allerdings sollten Kunden, Lieferanten etc., die mit diesen Unternehmen zu tun haben trotzdem mit Sie angesprochen werden.

Du möchtest Susanne Beckmann persönlich treffen? Auf der Stuzubi Hannover 2016 hält Sie einen Vortrag zum Thema: „Richtig ist wichtig! Mit modernen Umgangsformen fit für die Karriere“.

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Stuzubi-Gewinnspiel

Ihre Tipps hat sie auch in ihrem neuen Buch „#Benehmen – Aktuelle Umgangsformen für Berufseinsteiger“ zusammengefasst. Damit du in jeder Situation souverän reagieren kannst, verlosen wir drei Exemplare des Buches. Um an der Verlosung teilzunehmen, schicke uns bis zum 30.11. eine Mail an gewinnspiel@dimaverlag.de und erzähle uns, in welcher Situation du schon einmal einen Knigge-Leitfaden gebraucht hättest.

Cover #Benehmen – Aktuelle Umgangsformen für Berufseinsteiger