Anmelden: Deine Vorteile
  • Persönliche Stellensuche
  • Magazin kostenlos bestellen
Jetzt anmelden
 

Junge Lehrer und eine Multikulti-Klasse

Ständig unterwegs: Rom bietet viel Kultur.
Melina Kloth auf der Piazza del Popolo in Rom

Ich habe mich schon lange nicht mehr so auf die Schule gefreut wie an diesem Tag! Am frühen Morgen machte ich mich auf den Weg zur Haltestelle und wartete auf den Bus, von dem ich bis heute nicht die leiseste Ahnung habe, wann er fährt. Die Linie, mit der ich zur Schule fuhr, war jedes Mal mehr als überfüllt und man konnte nur hoffen, einen Platz zu ergattern. Mit meiner Schulmappe vor der Brust und meiner Tasche fest im Blick, quetschte ich mich in die Masse. Aus diesem Grund habe ich es auch nach einigen Tagen nicht mehr eingesehen, eine Fahrkarte zu kaufen, denn eine Kontrolle wäre nahezu unmöglich gewesen.

Jedenfalls stieg ich an der Endstation „Piazza Venezia“ aus. Von dort war es immer noch ein kleiner Fußweg bis zur Schule. Den Weg hatte mir Luigi zwar am Tag zuvor gezeigt, doch an meinem ersten richtigen Tag in Rom habe ich mich gleich verlaufen. Ich fragte ein paar Leute, doch diese antworteten mir lediglich auf Italienisch. Ich schaute bei zwei Touristen mit auf die Karte, doch auch dort war die Straße, die ich suchte, nicht auffindbar. Also ging ich auf eigene Faust weiter und zum Glück habe ich die Schule gerade noch rechtzeitig finden können.

Wir wurden herzlich empfangen und lernten die anderen Sprachschüler kennen. Wir bekamen unsere Schülerausweise, unsere Stundenpläne und wurden in Klassen eingeteilt. Die anderen Sprachschüler kamen aus aller Welt. Viele waren aus Südamerika oder Spanien, einige aus Skandinavien, den Niederlanden, aber auch aus Österreich und Deutschland. Wir sprachen alle auf Englisch miteinander und kamen gut aus! Und auch mit den Lehrern und unseren Ansprechpartnern in der Sprachschule haben wir uns gut verstanden. Sie waren alle noch sehr jung und man hat sich sofort wohl gefühlt.

Viel Zeit für ein gemeinsames Mittagessen: Pizza, Pasta, Risotto und Gelato

In den Mittagspausen gingen wir Sprachschüler oft gemeinsam etwas essen, wenn wir zur gleichen Zeit Pause hatten. Die zwei Wochen in Rom zeichneten sich aus durch Pizza, Pasta, Risotto und Gelato – schon wieder ein Klischee. Das lag aber auch größtenteils daran, dass man in der Speisekarte nicht mehr als diese Gerichte kannte.

Melina Kloth (zweite von links) bei einem Mädelsabend mit anderen Sprachschülern.
Neben viel Kultur hat Rom auch reges Nachtleben zu bieten.

In der unterrichtsfreien Zeit habe ich viel besichtigt. Ob alleine oder zusammen mit anderen Sprachschülern: In Rom kann man nahezu alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. So besuchte ich zum Einen die Klassiker Fontana di Trevi, das Pantheon, den Vatikan, das Forum Romanum oder das Colosseo. Aber auch die vielen Piazzas, die Spanische Treppe, den Park Villa Borghese, den Stadtteil Trastevere oder Campo de‘ Fiori, wo es einen bunten Markt gibt. Das Wochenende wiederum habe ich mit anderen Sprachschülern am Strand oder in der Stadt zum Shoppen verbracht. In Rom gibt es Viieles zu sehen, so dass zwei Wochen bei Weitem nicht ausreichen! Mein Lieblingsplatz war bei der Piazza del Popolo. Villa Borghese ist auch ein sehr schöner Ort, um dem Stadtlärm zu entkommen. In Trastevere hielt ich mich leider nur an meinem letzten Abend auf. Es ist aber ein sehr schönes Viertel, das man erreicht, wenn man den Tiber überquert. Dort kann man sehr günstig etwas essen gehen.

Das beeindruckende ist, dass Rom auf mich sehr harmonisch wirkte, obwohl die Stadt so kontrastreich ist. Rom ist einerseits sehr modern, andererseits reiht sich ein Überbleibsel der Geschichte an das nächste. Dies fällt auch bei Nacht auf, wenn man ganz in der Nähe des Colosseo die Treppe zum Club heraufsteigt, um dort unter freiem Himmel zu der neuesten Musik zu tanzen.

Italienisch: „eine der schönsten Sprachen der Welt!“

Am Ende der zwei Wochen habe ich unglaublich viel gesehen und erlebt. Ich habe die verschiedensten Menschen kennen gelernt und Freundschaften geschlossen. Und auch die italienische Sprache schien mir nicht mehr so fremd wie am Anfang. Mittlerweile kann ich mich problemlos einer fremden Person vorstellen oder etwas in einem Restaurant bestellen. Ich habe mein kleines Vokabular, das zu Beginn nur aus „ciao“ und „grazie“ bestand, deutlich erweitern können.

Die Zeit in Rom ging leider viel zu schnell vorbei und ich war traurig, die Stadt schon wieder verlassen zu müssen, wo ich mich doch so gut eingelebt hatte. Doch was ich von meiner Reise mitgenommen habe ist, dass Rom eine Stadt ist, die man gesehen und erlebt haben muss und dass Italienisch eine der schönsten Sprachen ist, die ich kenne.

Kleiner Trost im Abschiedsschmerz: Mein besonderes Sommerfeeling war für mich noch lange nicht vorüber – denn von Rom ging es direkt weiter nach Südfrankreich in die Nähe von Avignon. Hier begann ganz außergewöhnlich mein Freiwilliges Soziales Jahr.

(Stand: 04.12.2013)

Zurück

 
Suche