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Besuch an chinesischen Schulen

Beim Besuch der chinesischen Grundschule traf ich auch viele freundliche Kinder.
Ferundliche Kinder an der chinesischen Grundschule.

Nachdem wir uns gestern bereits den Englisch Unterricht in einer Grundschule angeguckt haben, waren meine Mitfreiwilligen und ich heute an einer chinesischen High School zu Besuch.

Obwohl wir ja bereits über das chinesische Schulsystem aufgeklärt wurden und eine vage Vorstellung davon hatten, was uns in der High School erwarten würde, sind wir an diesem Tag sicher um eine wichtige Erfahrung reicher geworden.

Die Klassen hier bestehen aus durchschnittlich 60 Schülern. Das gilt für die High School ebenso wie für die Middle School und die Grundschule. Bei diesen großen Klassen ist es für die Lehrer natürlich auch besonders schwer einen spannenden Unterricht zu gestalten.

Morgensport als wichtiger Bestandteil der Schulausbildung aller Schüler der chinesischen Grundschule.
Morgensport als wichtiger Bestandteil der Schulausbildung.

Wie langweilig und monoton der Unterricht dann aber tatsächlich war, hat uns doch ganz schön erstaunt: Jeder Satz wurde mindestens drei Mal wiederholt, jede neue Vokabel fünf (oder mehr?) Mal! Das Sprechen wird hier kaum mit den Schützlingen geübt und auch kreative Schreibaufgaben bleiben oft die Ausnahme.

Doch dieser Frontalunterricht und der Mangel an Englisch Lehrern, die die Sprache lebendig vermitteln, hat schon seinen Grund: Das extrem wichtige Examen am Ende der High School, das darüber bestimmt, ob man nun an einer guten Universität studieren darf und damit dem Kreislauf der Armut entkommt. Dieses besteht nämlich ausschließlich aus einem schriftlichen Teil. Ob man die Sprache überhaupt anwenden kann ist zweitrangig, alles was zählt sind nämlich die Ergebnisse auf dem Papier.

Auch die Kleinen fangen früh mit dem Morgensport an.
Die Jüngesten beim Morgensport an der chinesischen Grundschule.

Tagesablauf an der Highschool

Und dafür müssen die Schüler extrem viel lernen. Eine unserer chinesischen Koordinatoren, Icey, erzählte uns von ihrer unglaublich anstrengenden High School Zeit. Ihr Tagesablauf war folgender:

6:00 Uhr: aufstehen, anschließend 45 Minuten zur Schule fahren
7:00 Uhr: Schulbeginn
21:00 Uhr: Schulschluss
22:00 Uhr: Ankunft zuhause, Hausaufgaben erledigen und lernen
1:00 Uhr: schlafen

Natürlich kommt hinzu, dass Icey eine sehr gute Schülerin war und deshalb noch härter gearbeitet hat als die meisten ihrer Klassenkameraden. Außerdem hat sie die beste High School ihrer Provinz besucht; die Ansprüche dort waren also allgemein sehr hoch. Dennoch sind Schüler wie Icey eher die Regel als die Ausnahme.

Inwiefern dieses Schulsystem nun sinnvoll ist, das kann und möchte ich noch nicht beurteilen.
Ich glaube jedoch, dass viele Schüler in einem solchen Schulsystem völlig untergehen. Der hohe Druck und das hohe Lernpensum hätten jedenfalls mir persönlich jegliche Lust am Lernen genommen.

Spannend war dieser Besuch für mich vor allem auch deshalb, da ich nun zusätzlich zu meiner Grundschule einmal wöchentlich auch noch eine High School Klasse unterrichten darf. Ich bin extrem gespannt auf die Schüler dort und kann es kaum erwarten, mich mit ihnen auszutauschen!

Teaching training vor Freiwilligen und unseren Koordinatoren.
Teaching training vor Freiwilligen und unseren Koordinatoren.

Teaching training

Nach unserem High School Besuch mussten wir dann selbst ran. Wir sollten bereits im Voraus eine 20 minütige Unterrichtseinheit vorbereiten und dazu einen "lesson plan", der 40 Minuten füllen sollte.

Diese Unterrichtseinheit haben wir anschließend vor unserer Gruppe von Freiwilligen und unseren Koordinatoren vorgetragen. Das hat nicht nur Spaß gemacht, sondern war auch eine klasse Übung für unsere richtigen Unterrichtsstunden, die nun bald anstehen!

 
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