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Unterrichten an der chinesischen Grundschule ist nicht immer leicht.
Unterrichten an der chinesischen Grundschule

Unterrichten an der Grundschule


„Wie funktioniert das denn, wenn du kein Chinesisch sprichst und die Grundschüler kein Englisch? Wie und was unterrichtest du denn überhaupt?“

Natürlich ist es nicht gerade einfach meinen Viert- und Fünftklässlern, die gerade Sätze lernen wie „I like taking pictures“, neue Spiele oder gar die Bedeutung von Vokabeln zu erklären, ohne dabei Chinesisch sprechen zu können. Wahnsinnig hilfreich sind da allerdings drei Dinge: Körpersprache, Bilder und ganz besonders wichtig – Beispiele.

Zu Beginn steht allerdings die Themenfindung. Meistens wird mir von meinen Kollegen vorgegeben, zu welchen Themen aus dem Buch mein Unterricht gehalten werden soll. Das sind dann Themen wie Richtungsangaben, Kleidungsstücke, Uhrzeiten und manchmal einfache Grammatik wie zum Beispiel das going-to future.

Oft bin ich aber auch frei in meiner Unterrichtsgestaltung und nutze das dann, um besonders spannende Themen wie Halloween oder Zungenbrecher zu unterrichten.

Ein Selfie mit den chinesischen Kids.
Selfie mit den chinesischen Kids

Um meinen Schülern neue Vokabeln rund um ein neues Wortfeld beizubringen, sind vor allem Bilder und Gesten wichtig. So ist es den Schülern leicht ersichtlich, welche Bedeutung nun eine Vokabel hat, ohne dass sie überhaupt erst die chinesische Übersetzung hören müssen.

Außerdem habe ich das Glück, dass die Grundschule an der ich unterrichte, technisch besonders gut ausgestattet ist. So erstelle ich meistens eine kleine PowerPoint Präsentation, vollgepackt mit witzigen Bildern, die mit Hilfe der neuen Vokabeln beschrieben werden müssen. Es freut mich immer wieder, wenn meine 60 Schützlinge in schallendes Gelächter ausbrechen, weil auf der Leinwand Bilder von Mickey Mouse und Monstern mit vier Augen zu sehen sind. Oft rufen sie dann eifrig „let me try“ und sind unglaublich motiviert ihr Englisch anzuwenden.

Eine Übung erklären ist am Schwersten

Besonders toll ist, wenn die Kinderaugen glitzern und sie Spaß am Lernen haben.
Die chinesischen Kinder beim erlernen einer neuen Übung

Der wahrscheinlich schwerste aber auch spannendste Part des Unterrichts ist dann das Erklären eines neuen Spiels oder einer Übung. Egal, ob nun Hangman, Scharade oder ein Spiel, das ich mir selbst ausgedacht habe - inzwischen weiß ich worauf es ankommt: zu Beginn picke ich mir einen der besonders intelligenten Schüler heraus und gehe die ersten Beispiele mit diesem durch. Ich versuche dann so wenig wie möglich mit Wörtern zu erklären, da das meistens nur Verwirrung stiftet. Es erstaunt mich immer wieder, wenn es den Kindern gelingt, meine Körpersprache zu lesen und eine Übung genauso umzusetzen wie ich mir das vorstelle.

Manchmal funktioniert eine Übung allerdings auch nicht so wie geplant. In solchen Fällen gilt es spontan zu sein und vor allem gelassen zu bleiben – dann klappt das nächste Spiel eben umso besser!

Besonders gut funktionieren Spiele natürlich, wenn daraus ein Wettbewerb gemacht wird. Noch besser, wenn es einen Preis für das Gewinnerteam gibt. Ob dieser Preis nun ein Stempel ins Englisch Heft ist, ein Sticker, oder ein Bonbon, spielt dabei keine Rolle.

Es sind diese Momente – wenn die vielen Kinderaugen eifrig glitzern und ich merke, dass meine Schützlinge gerade riesigen Spaß am Lernen haben – da bin ich unglaublich froh, dass ich mich für diesen Freiwilligendienst entschieden habe.

 

 
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