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Smog über Guangzhou

Der Smog über Guangzhou lässt Laura schwer atmen.
Smog über Guangzhou

Ich steige aus meinem Zug und betrete die Bahnhofshalle in Guangzhou, der drittgrößten Stadt Chinas. Laut Wikipedia leben hier auf einer Fläche, die in etwa der Fläche Baden-Württembergs entspricht, 100 Millionen Menschen. Nicht zum ersten Mal stehe ich in dieser riesigen Halle und rufe mir die Bahnhöfe in Frankfurt, München und Berlin zurück in Erinnerung. Ich frage mich, ob die tatsächlich so viel kleiner sind oder ob mir meine Erinnerung einen Streich spielt.

Doch irgendwas in dieser Halle ist heute anders als sonst. Ich brauche eine Weile, um zu realisieren, dass es die Luft um mich herum ist. Die ist trüb und irgendwie bedrückend. Als ich das Gebäude verlasse, bemerke ich, dass die Luft draußen dieselbe ist und ich brauche einen Moment, um zu realisieren, dass das gerade Smog ist, der da in gräulichen Schlieren über der Stadt schwebt und mich ungewohnt schwer atmen lässt.

Umso glücklicher bin ich, als ich den Bahnhof endlich wieder verlassen darf und es für mich zurück ins ländliche Gongcheng geht. Zwar ist der Feinstaubwert auch hier weit über dem, den die EU als sicher für die Bevölkerung betrachtet, jedoch trifft das laut meinen Recherchen ohnehin nur auf 1% der Städte Chinas zu.

Ziemlich interessant fand ich übrigens auch die Tatsache, dass neben der chinesischen Regierung niemand Feinstaubwerte messen oder gar veröffentlichen darf und Verstoße gegen diese Regel mit harten Gefängnisstrafen verurteilt werden. Außerdem hat die chinesische Regierung einen eigenen Index zum Messen der Feinstaubwerte festgelegt, nach dem die Werte auf den ersten Blick niedrig scheinen, obwohl sie in Wahrheit fatal sind…

 
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