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Azubi in Hongkong

Wer sich für eine Ausbildung in Hongkong entscheidet, verbessert sicher seine Einstiegschancen auf den internationalen Arbeitsmärkten.
Tradition und Moderne liegen in Hongkong eng beieinander

Eine deutsche Lehre in Fernost, geht das? Nathalie macht ihre 9000 Kilometer weit weg von zu Hause. In Hongkong muss sie auch samstags ins Büro, die Ferien sind knapp bemessen, doch dafür ist alles so wunderbar international.

Kulturschock? Nathalie schüttelt den Kopf. „Den hatte ich ja damals in Shanghai“, sagt die 19-Jährige. Dort hat die Hamburgerin in der neunten Klasse ein Austauschjahr absolviert. Essen, Sitten, Verkehr: In der 20-Millionen-Metropole sei ihr damals sehr vieles fremd vorgekommen. Doch am Ende des Schuljahres haben die positiven Eindrücke bei Weitem überwogen: „Ich wollte nach dem Abi unbedingt wieder nach Shanghai.“ Eigentlich zum Sprachkurs.

Dann habe sie „dieses Angebot in Hongkong“ gesehen. „Dieses Angebot“ ist die Möglichkeit, am Business College der Deutsch-Schweizerischen Schule eine Ausbildung zu absolvieren, nach deutschem Lehrplan, in deutscher Sprache, aber in multinationalen Konzernen, Arbeitssprache Englisch. Zwei Abschlüsse stehen zur Wahl: Der Kaufmann  für Spedition und Logistikdienstleistung oder für Groß- und Außenhandel. Aller Globalisierung zum Trotz: Deutsche Ausbildungsprogramme nach dem dualen System im Ausland sind rar. Neben Hongkong bieten ein paar deutsche Schulen in Südamerika sowie in Spanien die Möglichkeit eines qualifizierenden Berufsabschlusses außerhalb der Landesgrenze.

Exotisches Essen und große Menschenmengen

Nathalie entschied sich für die Ausbildung zur Logistikkauffrau bei der Spedition Senator International. Hongkong sei großartig, schwärmt Nathalie, asiatisch mit internationalem Touch. Das zeige sich zum Beispiel beim Essen: Starbucks neben kantonesischem Dim-Sum-Restaurant, neben italienischer Pizzeria, neben japanischem Yakitori. Auch die Geschäftigkeit fasziniert Nathalie: „Die Mengen von Menschen, das Gewusel, die Lebendigkeit, das kann man Bekannten in Deutschland nur schwer vermitteln, wenn sie‘s nicht selbst mal erlebt haben.“

Da sei es für sie kein Problem gewesen, Freunde und Familie in Deutschland zurückzulassen. „Ich kann das Programm nur empfehlen“, schwärmt sie – und zögert dann doch einen Moment. Man müsse sich schon im Klaren sein, worauf man sich einlasse. „Wir sind hier natürlich weitgehend auf uns allein gestellt. Familie und Zuhause sind 9000 Kilometer entfernt. Bei Heimweh lässt es sich nicht eben zurückfliegen“, sagt sie. Von ihren Mitschülern hätten dann auch viele bereits Auslandserfahrung.

Die meisten Auszubildenden scheinen zu wissen, worauf sie sich einlassen. Ernsthaftes Heimweh sei kein Thema, sagt Daniela Göhring, ebenfalls angehende Logistikkauffrau. Bekannte in der Heimat, die sich zur Ausbildung höchstens in die Nachbarstadt wagen, können das nicht nachvollziehen: „Die verstehen einfach nicht, was mich am Leben in der Ferne und den Erfahrungen reizt.“ Inzwischen haben sie viele neue Leute kennengelernt.

Samstagsarbeit und  16 Tage Urlaub im Jahr

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