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Mädchen können gut anpacken

Anna vor der Mittagsmahlzeit eines Eisbären
Auch das Töten von Futtertieren wird erlernt

Im Tierpark Hellabrunn gibt es zwei Zootierärzte, 72 Tierpfleger und 15 Azubis, die für rund 19.000 Tiere sorgen. Obwohl die Arbeit körperlich hart ist, sind es meistens die Bewerberinnen, die gut anpacken können, erzählt Robert Müller: „Wenn man Jungs und Mädchen sagt, sie sollen sich Werkzeug holen, packen sich die Mädchen Schaufel und Besen und marschieren los. Bei Jungs ist es schon mal vorgekommen, dass einer den Besen am äußersten Ende hinter sich herzog“, lacht er.

Wer Tierpfleger werden möchte, weil er Tiere süß findet, sei in dem Beruf falsch, meint Robert Müller: „Es ist ein anstrengender Beruf, man ist bei Wind und Wetter draußen. Auch wenn Schubkarren teilweise automatisch entleert werden, braucht man viel Kraft!“ Weil das Gelände oft unwegsam sei, müsse man gut zu Fuß sein und dürfe keinerlei körperliche Einschränkungen haben, ergänzt der Ausbildungsleiter.

Tierpfleger besitzen außerdem großes Wissen über Tiere, erklärt Robert Müller: „Man muss ihre Ansprüche kennen. Früher haben wir die Herde sofort von dem toten Elefanten getrennt: Die haben aber noch tagelang nach ihm gerufen. Heute wissen wir es besser und lassen den toten Elefanten ein bis zwei Stunden liegen – die Elefanten haben da ein Ritual: Sie bilden einen Kreis um ihn und verabschieden sich.“ Außerdem braucht man ein Gefühl für die Tiere, so der Ausbildungsleiter: „Man darf nicht einfach ins Gehege stürmen, sondern muss sich vorsichtig nähern und dabei sprechen oder pfeifen. Und man muss in der Lage sein, zu erkennen, wann ein Tier krank ist.“

Den richtigen Umgang lernen die Azubis aber während der Ausbildung, beruhigt der Ausbildungsleiter. Unterricht gäbe es neben der Berufsschule auch intern in Hellabrunn: „Futtermittelkunde, Tiergartengeographie, Anatomie und Tierbeschäftigung sind Inhalte der Schulungen, mit denen sich die Azubis auch auf die Gesellenprüfung vorbereiten können.“ Des Weiteren bräuchten Tiere auch Beschäftigung und ein attraktiv gestaltetes Gehege, so Robert Müller.

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