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Kfz-Reparatur heute und vor 20 Jahren

Markus Trindler (rechts) erklärt Azubi Karim Abou Soasha, wie man den Ölstand kontrollieren kann
Kfz-Mechatroniker greifen oft zum Laptop statt zum Schraubenzieher

Markus Trindler hat vor 19 Jahren Kfz-Elektriker gelernt: „Ich habe das vom Opa und Vater so gesehen und habe schon als Kind an Mofas geschraubt!“ begründet der 34-Jährige seine Berufswahl schmunzelnd. 1996 begann der damals 15-Jährige eine Ausbildung bei Mahag, zuerst als Elektriker und später als Mechaniker, weil letztere damals mehr gesucht waren: „In den späten 90ern haben wir vor allen Dingen Klimaanlagen repariert, Standheizungen nachgerüstet und Mobiltelefone in die Autos eingebaut“, erzählt Markus Trindler.

Heute ist er Werkstattleiter und packt immer noch gerne mit an, wenn in der Hochsaison im November die Winterreifen gewechselt werden müssen: „Besonders gern mag ich die groben Arbeiten als Ausgleich!“ Denn als Werkstattleiter ist Markus Trindler dafür verantwortlich, dass in der großen Werkhalle alles reibungslos läuft: Hier hängen rund 40 Autos auf den Hebebühnen in der Luft hängen, an denen gleichzeitig gearbeitet wird.

Veränderungen im Berufsbild

Der Unterschied im Berufsbild liegt Markus Trindler zufolge nicht allein in der Namensbezeichnung, sondern auch in immer komplexeren Systemen in den Autos: „Die Technik an sich ist moderner geworden.“ Wer sich für den Beruf des Kfz-Mechatronikers interessiert, sollte auch mindestens einen Realschulabschluss in der Tasche haben: „Außerdem stellen wir heute nur noch Azubis mit Mittlerem Schulabschluss ein, früher hat ein Hauptschulabschluss gereicht.“

Einer der Azubis ist der 18-jährige Karim Abou Saosha. Die Ausbildung zum Bürokaufmann hat er schnell abgebrochen, weil es nicht das Richtige für ihn war: „Da gab es nichts Neues für mich. Als Mechatronik-Azubi muss ich viel Unbekanntes lernen und das ist spannend!“ Bevor er seine Ausbildung im September 2012 begonnen hat, musste er in einem Praktikum beweisen, dass er keine zwei linken Hände und Interesse an dem Beruf hat. Serviceleiter des Mahag VW-Zentrums, Michael Hanl, erläutert: „Das Praktikum nützt beiden Seiten: Die jungen Leute können testen, ob ihnen der Beruf liegt und wir sehen, ob sie zu uns passen.“

Der Beruf des Kfz-Mechatronikers ist anders als sein Vorgänger, der Kfz-Mechaniker
Autos werden immer technologischer

Laptop ersetzt Werkzeug

Rund 50 Prozent aller Praktikanten fangen später als Azubis an. Anhand spezieller Computerprogramme lernen sie, wie die Technologie bei VW funktioniert – und reparieren später auch nicht mehr nur mit dem Schraubenzieher die Autos, sondern benutzen dazu ganz modern einen Laptop. Wer sich für den Beruf des Kfz-Mechatronikers interessiert, sollte aber auch körperlich belastbar sein, erklärt Markus Trindler. Denn die Reifengrößer der Autos hat mittlerweile stark zugenommen: „Früher hatte man es hauptsächlich mit 17 Zoll-Reifen zu tun, heute sind die schon 20 oder 21 Zoll groß“, erklärt der Werkstattleiter.

In der Berufsschule hat es in 20 Jahren natürlich auch so einige Veränderungen gegeben, sagt Markus Trindler: „Wir haben noch Technisches Zeichnen gelernt, das brauchen die Azubis heute nicht mehr.“ Azubi Karim Abou hat in der Berufsschule gerade den Schaltkreis durchgenommen. Außerdem hat er neben dem Fachunterricht, in dem er auch alles über Räder und Reifen lerne, auch die üblichen Schulfächer wie Deutsch, Sport und Mathe. Wohin es nach seiner Ausbildung geht, weiß Karim auch schon: er wird noch ein Jahr arbeiten und dann den Meister aufsatteln.

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