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Heavy Metal und Hightech

Das ist er also, der berühmte U-Stahl. Generationen von Lehrlingen in der Metallbranche haben ihn gefeilt, gebohrt, gefräst, poliert, in Form gebracht – so lange, bis er sie nachts in ihren Träumen verfolgte. Handarbeit am U-Stahl ist langwierig, schweißtreibend und mühsam, aber bis heute fester Bestandteil vieler technischer Ausbildungsgänge. Auch beim Ruhrverband.

Warum eigentlich? „Weil das Bearbeiten des U-Stahls wesentliche Fertigkeiten vermittelt, die für alle gewerblich-technischen Berufsbilder von Bedeutung sind“, erklärt Klaus Boblitz, seit 1997 Ausbildungsleiter in der Abteilung Instandhaltungsmanagement für Maschinen- und Elektrotechnik (IME) des Ruhrverbands in Dortmund-Oespel. Mehr als 60 Azubis hat er mittlerweile vom Einstellungstest bis zur Abschlussprüfung begleitet. Als Ausbilder unterstützen ihn Kay Wagner (für den Beruf Konstruktionsmechaniker) und Peter Kappes (für den Beruf Elektroniker für Betriebstechnik).

Erster Schritt: Die metallische Grundausbildung

Zu Beginn des ersten Lehrjahrs steht für alle Azubis dasselbe auf dem Programm: drei Monate metallische Grundausbildung. Auch die angehenden Fachkräfte für Abwassertechnik aus den Regionalbereichen beginnen am U-Stahl in der Zentralwerkstatt. „Dabei geht es nicht allein um den Umgang mit dem Produkt Stahl“, veranschaulicht Boblitz. „Diese strukturierte Ausbildungseinheit erleichtert den Jugendlichen auch den Einstieg in den Berufsalltag. Den ganzen Tag an einer Werkbank stehen, intensiv mit den Händen arbeiten, sich Inhalte selbstständig oder im Team aneignen – das ist schon eine ziemliche Umstellung für jemanden, der direkt von der Schule kommt.

Teamfähigkeit zeigt sich am "Teamtisch"

Zur Erleichterung der ungewohnten körperlichen Tätigkeit wird bei IME viel Wert auf ergonomische Arbeitsplätze gelegt: Die Schraubstöcke sind nach Möglichkeit an die Körpergröße angepasst, flexible Matten entlasten die Füßen beim langen Stehen. Noch entscheidender allerdings der „Teamtisch“, an dem bis zu sechs Azubis gleichzeitig arbeiten können.

„Die Bereitschaft, mit anderen und von anderen zu lernen, ist so ziemlich die wichtigste Eigenschaft, die jemand mitbringen muss“, sagt der Ausbildungsleiter. „Ein vernünftiger Schulabschluss mit ordentlichen Noten in Mathe und Physik ist eine gute Basis, ein handwerkliches Hobby wie Modellbau oder ein bisschen Erfahrung im Herumschrauben am eigenen Moped schadet sicher nicht – aber ohne Teamfähigkeit wird jemand bei uns auf lange Sicht nicht glücklich.“

Sichtbares Ergebnis der intensiven Einarbeitung sind die zahlreichen Werkstücke, die in einer Vitrine im Bürotrakt der Zentralwerkstatt ausgestellt sind: Dieselloks und Lastwagen aus U-Stahl, Messing und Kupfer, auf Hochglanz poliert.

Regelmäßig auf Spitzenplätzen

 
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