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Biologische und chemische Prozesse helfen beim Reinigen

Sandro Alessi mit seinem Kollegen Hans Nicolaus

Nach drei Monaten erhielt er dann einen ersten Einblick in das Klärwerk. Man benötige mindestens drei Jahre, um zu verstehen, wie die Anlage funktioniere, sagt Sandro. Im Rechenhaus, den Sandfängen und der Vorklärung würden zunächst die Feststoffe zurückgehalten. Über chemische Fällungsprozesse findet anschließend eine Reinigung von Phosphaten statt: „So entstehen Salze, die sich absetzen und entnommen werden können.“ Im Labor wird das Wasser untersucht. Dies dient zur Kontrolle des Reinigungsprozesses. Aufgrund der Analysen können verfahrenstechnische Optimierungen vorgenommen werden.

„Wir erhöhen zum Beispiel den Sauerstoff, damit die Bakterien besser arbeiten können.“ Gesteuert wird dies über Schaltwarten oder den Computer. Besondere Informatikkenntnisse sind dafür aber nicht nötig: „Wir müssen nur wissen, wie man die Geräte bedient.“ Mit zu seinen Aufgaben gehört außerdem die Reinigung des Systems. So verfangen sich manchmal etwa Lumpen oder Pfropfen in den Rohrleitungen, die mit Wasser herausgespült werden müssen.

Gelegentlich muss Sandro auch in das Abwasser hineingreifen: „Das ist aber nicht schlimm, man trägt dabei Handschuhe.“ Auch unangenehme Gerüche sind die Ausnahme: „Das kommt nur bei der Rechenanlage vor und auch da hängt es davon ab, wie der Wind steht.“ Neben der Tätigkeit im Labor mache ihm das Säubern der Anlage sogar am meisten Spaß: „Es ist schön zu sehen, wie das Wasser dann wieder richtig durchfließt.“

Weiterbildung zum Techniker
Wie das  Klärwerk funktioniert, erfährt Sandro auch in der Berufsschule. Zwar räumt er ein: „Der Stoff dort ist schwieriger als an der Realschule.“ Allerdings hat er die Anforderungen gut bewältigt. Seine Lieblingsfächer sind Biologie und Elektrotechnik. Wichtig sind aber auch Physik und Mathematik: „Man muss zum Beispiel ausrechnen können, wie viel Fällungsmittel man braucht, um die im Wasser vorhandenen Phosphate zu binden.“ Der Unterricht findet in zweiwöchigen Blöcken in Frankenberg bei Kassel statt. Dorthin kommen Auszubildende aus ganz Hessen.

„Das liegt daran, dass der Beruf so selten ist“, erklärt Sandro. Nach seinem Abschluss wird er übrigens von der Stadtentwässerung Frankfurt am Main übernommen. Die reguläre Arbeit findet dann im Schichtdienst jeweils von 6 bis 14 Uhr, von 14 bis 22 Uhr und von 22 bis 6 Uhr statt. Die Nachtschichten konnte Sandro in seiner Ausbildung bereits ausprobieren: „Damit bin ich gut zurechtgekommen, ich gehe ohnehin gern spät ins Bett und stehe spät auf.“

Im Labor arbeiten wird er jedoch nur noch an den Wochenenden und während der Nachtschichten. Deshalb plant er, sich zum Techniker weiterzubilden. Auch das ist als Fachkraft für Abwassertechnik nämlich möglich. Sein Ziel: „Nach der Weiterbildung will ich voll im Labor arbeiten.“ Mittelfristig hofft er auf eine Anstellung im Labor des Betriebs. Die Chancen dafür stehen gut.

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