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Spannende Reaktionen

Marvin Bialas steuert hochkomplexe Anlagen.

Sein Interesse für Chemie hätte Marvin auch mit einem Studium vertiefen können. „Aber ich wollte erst einmal die praktischen Grundlagen kennenlernen“, erklärt er. Weiterer Grund für eine Ausbildung: die Studiengebühren. Beschäftigt hat sich Marvin nach dem Abitur aber natürlich mit mehreren Ausbildungsgängen. Wer sich für Chemie interessiert, kann nämlich zum Beispiel auch Chemielaborant werden.

Bindemittel für Großgießereien

Für die Fachrichtung Chemikant hat er sich entschieden, weil man in diesem Beruf körperlich aktiv sein kann: „Ich bewege mich gern.“ Körperliche Arbeit leistet er etwa, wenn er die Rohstoffe in die Reaktionsanlagen füllt, in denen sich die chemischen Vorgänge abspielen: „Da muss man ganz schön was wuppen.“ Allerdings gebe es Hilfsmittel wie etwa Hebekräne. Besondere Kraft sei nicht nötig, so dass die Tätigkeit auch für Frauen geeignet sei.

In seinem Betrieb gebe es in seiner Fachrichtung auch zwei weibliche Auszubildende. Produziert werden in seinem Unternehmen Bindemittel, die in Großgießereien gebraucht werden. Dort wird der „Kleber“, wie Marvin den Stoff nennt, verwendet, um aus Sand Formen herzustellen, in die unter anderem Motorblöcke, Wasserhähne oder Naben für Windkrafträder gegossen werden: „Das ist wie eine Art Negativ.“

Teamfähigkeit und Technik

Sind die Zutaten für die Bindemittel in den Reaktionsanlagen, setzt Marvin die chemische Reaktion in Gang – zum Beispiel, indem er eine bestimmte Temperatur einstellt. Während sich die Stoffe miteinander verbinden, muss er alles genau überwachen. Wenn nötig, greift er in den Prozess ein: „Es kann zum Beispiel sein, dass man den Siedepunkt verändern muss. Das erreicht man, indem man ein Vakuum erzeugt.“ Gerade die Kontrolle der chemischen Vorgänge bedeutet eine große Verantwortung, denn gearbeitet wird zum Teil mit gefährlichen Stoffen, die giftig oder explosiv sind.

"Vier-Augen-Prinzip"

Alles, was geschieht, werde daher „im Vier-Augen-Prinzip“ überprüft, erklärt Marvin: „Deshalb ist für diesen Beruf auch Teamfähigkeit wichtig, man muss sich gut mit den Kollegen verstehen.“ Je nach Anlage findet die Steuerung der chemischen  Prozesse entweder per Hand oder über den Computer statt. Ventile auf- und zuzuschrauben gehört ebenso zu Marvins Tätigkeit, wie ein hochkomplexes Computersystem zu bedienen. „PC-gesteuert arbeite ich aber lieber“, räumt er ein. Wichtig sei jedoch bei beiden Methoden, die Funktionsweise der Anlage  zu verstehen: „Interesse für Technik ist genauso wichtig wie Spaß an Chemie.“ Sind die chemischen Prozesse abgeschlossen, zieht Marvin eine Probe und analysiert sie im Labor.

Vom ersten bis zum letzten Schritt ist er am gesamten Herstellungsablauf des Bindemittels beteiligt: „Das ist sehr abwechslungsreich.“ Interessant seien aber auch die Weiterbildungs- und Aufstiegschancen des Berufs. Nach seinem Abschluss kann er etwa seinen Meister machen. Vorstellen kann sich Marvin aber auch, irgendwann doch noch einmal Chemie zu studieren. Auch beruflich sind seine Pläne schon sehr konkret. Er will in seiner Branche und seinem Betrieb bleiben. Sein mittelfristiges Ziel: „In fünf Jahren möchte ich Schichtführer sein.“ Die Aussichten dafür stehen gut.

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