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Ausbildungsmöglichkeiten im Showbusiness

Jetzt wird's ernst: Wer beim Vortanzen überzeugt, bekommt einen der begehrten Plätze an der Stage School.
Ein wichtiger Bestandteil der Bühnenausbildung: Tanz

abiQ: Welche soliden Ausbildungen sind in der Branche möglich? Ist es dazu nötig im Ausland Erfahrungen zu machen?

Thomas Gehle: Nein, aber schaden tut es natürlich nie. Allerdings sind gute Fremdsprachenkenntnisse, zumindest in Englisch, elementar wichtig, unter anderem, weil sehr viele Songtexte englisch sind. Ein guter Sänger muss verstehen, was er singt, sonst kann er das Lied nicht transportieren. Deshalb ist das Fach Liedinter­pretation, also die schauspielerische Arbeit am Lied, auch so elementar.

Darüber hinaus eröffnen sich gerade im Bereich Gesang, Tanz und Musical viele Jobmöglichkeiten, die ein fließendes Englisch voraussetzen. Die amerikanischen Kreuzschifffahrtslinien Royal Caribbean oder NCL beispielsweise, kommen regelmäßig in die Stage School um hier in einer Open Audition nach Darstellern
für ihre Showprogramme zu suchen.

Ein schöner Nebeneffekt unseres 70köpfigen internationalen Dozententeams ist, dass Teile des Unterrichts auf Englisch erfolgen. Unsere Absolventen sind hinterher gut gerüstet um zum Beispiel englische Regieanweisungen umsetzen zu können.

Als allererste Schule in Deutschland, die dreigleisig, also in Tanz, Gesang und Schauspiel zum Bühnendarsteller ausgebildet hat, kann ich nicht beurteilen, wie solide die restlichen Schulen sind. Da wir bei unserer Gründung Mitte der 80er kein deutsches Vorbild hatten, orientierten wir uns an den amerikanischen Universitäten für Performing Arts, wo auch die Wiege des Musical Theatres zu finden ist und mit denen wir bis heute noch den Kontakt pflegen. Als das Musical „Cats“ 1986 im Hamburger Operettenhaus startete, mussten die Darsteller fast vollständig aus England und Amerika „importiert“ werden – dem haben wir nachhaltig abgeholfen.

Wichtig beim Tanzen: erst ein paar Dehnübungen zum Aufwärmen.
Foto: Dennis Mundkowski

abiQ: Viele Eltern raten ihren Kindern eher von dem Einstieg in die Unterhaltungsbranche ab und empfehlen eine „ordentliche Ausbildung“. Was können Sie denen entgegnen?

Thomas Gehle: In Zeiten, in denen Bankmitarbeiter schon schief angesehen werden, verlieren diese alten Klischees ihre Gültigkeit. Ich kann die Eltern trotzdem bis zu einem gewissen Grade verstehen – das Showbusiness gehört zu den härtesten Branchen, die es gibt.

Der wichtigste Punkt, der hierbei im Vorwege geklärt werden muss: Hat mein Kind das Zeug zum Bühnendarsteller? Brennt es für diesen Beruf, scheut es keine Mühe sich weiterzubilden, zu üben und zu trainieren wo es kann? Ist Talent vorhanden? Wenn diese Grundvoraussetzungen gegeben sind, sollte man versuchen, sich Rat von Profis einzuholen, die mit dem Jugendlichen im künstlerischen Bereich gearbeitet haben. Deshalb sind unsere bundesweiten Workshops auch ein so wesentlicher Bereich: Hier kann man sich unter dem Feedback der Dozenten ausprobieren und weiterbilden. Auch die Eltern bekommen dabei die Möglichkeit, mit den Dozenten zu sprechen.

Und jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsthema „Die ordentliche  Ausbildung“! In keinem anderen Ausbildungsberuf können in meinen Augen die Grundlagen für einen erfolgreichen Berufs- und Lebensweg besser gelegt  werden – selbst wenn er nichts mit der Bühne zu tun hat! Das Erlernen der darstellenden Künste fördert in höchstem Maße Konzentration, Körperbewusstsein, Rhetorik, Selbstvertrauen, Kommunikations- und  Teamfähigkeit, Disziplin und soziale Kompetenz. Ich würde mir wünschen, dass unser Schulsystem viel stärker Kinder und Jugendliche in diesem Bereich vorbilden würde.

(Stand: 04.12.2013)

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