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Voraussetzungen, Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten

Die wichtigsten Voraussetzungen, die ein Fachangestellter für Rechtsanwälte braucht, sind laut Friedrich-Wilhelm Reineke von der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer Zuverlässigkeit und Genauigkeit. „Das fängt schon bei der Mappe an“, erklärt er. Eselsohren, lose oder zusammen getackerte Blätter und Flüchtigkeitsfehler seien gerade in diesem Beruf tabu. Wichtig sei auch ein gepflegtes Äußeres. Allerdings muss man nicht unbedingt im Kostüm erscheinen: „Bei uns in Hamburg sind die Gepflogenheiten bei der Kleidung nicht mehr ganz so streng.“

Das muss man für den Beruf mitbringen

Auch Piercings oder Tattoos seien kein KO-Kriterium mehr. Von Vorteil seien außerdem gute Noten in Deutsch und Mathe. Doch nicht nur Einser-Schüler haben Chancen. „Wer pünktlich, zuverlässig und sozial kompetent ist, hat auch dann Aussichten, wenn das Abschlusszeugnis nicht so geworden ist, wie erhofft.“ Einen großen Vorsprung gegenüber seinen Mitbewerbern kann man sich außerdem verschaffen, wenn man schon einmal ein Praktikum in einer Kanzlei absolviert hat. Wo es freie Praktikumsplätze gibt, erfahren Schüler bei der Rechtsanwaltskammer.

Diese Aufstiegsmöglichkeiten haben Steuerfachangestellte

„Die Ausbildung ist eine der Anspruchsvollsten, die es gibt“, betont Michael Conrad von der Steuerberaterkammer Hamburg. Steuerfachangestellte müssen sich nämlich laufend in gesetzliche Neuerungen einarbeiten. Viele der Auszubildenden haben Abitur. Doch sich der Herausforderung zu stellen lohnt sich. Nach vier bis fünf Jahren Berufserfahrung kann man sich nämlich zum Steuerfachwirt weiterbilden. Aber damit sind die Aufstiegsmöglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft: Wer zwei weitere Jahre dranhängt, kann die Prüfung zum Steuerberater ablegen und eine eigene Kanzlei eröffnen – übrigens auch ohne Abitur.

„Viele Leute gehen diesen Weg“, so Conrad. Gegenüber Steuerberatern, die Volkswirtschaftslehre oder Jura studiert haben, haben sie einen entscheidenden Vorteil: Sie kommen ausder Praxis. „Diese Leute sind uns ebenso lieb wie die Akademiker“, sagt Conrad. Arbeiten können Steuerfachangestellte allerdings ebenso in den Buchhaltungsabteilungen anderer Unternehmen: „Auch die freie Wirtschaft saugt sie auf wie ein Schwamm.“

Selbstständiges Arbeiten eröffnet gute Verdienstmöglichkeiten

Wer gerne inhaltlich arbeitet, sollte sich den Beruf des Notarfachangestellten einmal genauer anschauen, rät Janine Wockenfuß von der Hamburgischen Notarkammer. Zwar arbeiten auch diese Fachangestellten dem Notar zu. „Mit Büroorganisation hat diese Tätigkeit aber kaum etwas zu tun“, erklärt Wockenfuß. Vielmehr vermittelt die Ausbildung vertieftes juristisches Wissen, das die Fachkräfte dann auch an die Mandanten weitergeben: „Der Notar kontrolliert und unterschreibt oft nur noch.“ Häufig bekommen die Auszubildenden bereits im dritten Lehrjahr einen eigenen Aktenstamm zugeteilt, den sie selbstständig bearbeiten. „Dadurch kann man schnell in eine bedeutende Position aufsteigen, was sich dann auch im Gehalt widerspiegelt“, sagt Wockenfuß.

Allerdings haben Schüler nur wenig Möglichkeiten, einmal in diesen Beruf hineinzuschnuppern. Im Gegensatz zu Rechtsanwalts- und Steuerkanzleien werden Praktika in Notariaten nämlich eher selten angeboten. Das liegt Wockenfuß zufolge vor allem an der Komplexität des Fachgebiets: „Diese Dinge sind zu schwierig, um sich in zwei Wochen einarbeiten zu können.“ Eignen könnte sich für den Beruf, wer den Anforderungen des Abiturs gewachsen ist und keine Schwierigkeiten im Fach Deutsch.

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