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Akademisches Jahr möglich

In Universitätsbibliotheken wie hier in Regensburg arbeiten wissenschaftliche Bibliothekare
Bibliothek der Universität Regensburg

Wie die Arbeit in einer modernen Bibliothek heute aussehen kann, zeigt das Wissenschaftskolleg zu Berlin. 40 Gastwissenschaftler haben dort jedes Jahr die Möglichkeit, ein akademisches Jahr lang an selbst gewählten Projekten zu arbeiten. „Unsere Fellows bilden eine Lerngemeinschaft auf Zeit, die durch Fächervielfalt, Internationalität und Interkulturalität gekennzeichnet ist “, sagt Dr. Sonja Grund, die Leiterin der hauseigenen Bibliothek. Zwar gibt es im Wissenschaftskolleg eine Handbibliothek. Doch der Aufbau eines eigenen Bestands ist nicht das vornehmliche Konzept der Bibliothek. „Bei uns geht es vielmehr um die kurzfristige und individuelle Bereitstellung von Forschungsliteratur“, sagt Grund. „Durch Kooperationen mit Bibliotheken und Forschungseinrichtungen in aller Welt machen wir unseren Fellows gedruckte sowie elektronische wissenschaftliche Bestände zugänglich, stellen die gewünschten Medien gegebenenfalls vor Ort bereit und kümmern uns um den gesamten Verwaltungsprozess der Ausleihen und Fristen.“

Funktion eines sozialen Raumes

Einen Blick in die Zukunft der Bibliotheken wirft Stefan Gradmann. Er ist Professor für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt Universität in Berlin. Gradmann prophezeit einen tiefgreifenden Wandel des gesamten Bibliothekswesens. Das Zeitalter, in denen Bibliotheken exklusiv Printmedien in Beständen vorhielten, sei vorbei. In Zukunft werde alles, was derzeit noch in Büchern steht und vieles darüber hinaus, digital verfügbar und miteinander verlinkt sein.

Im Digitalen Zeitalter übernehmen Bibliotheken zunehmend die Funktion eines sozialen Raumes
Die Bibliothek - ein sozialer Raum

„Die Frage, die sich stellt, ist, wie viele Institutionen, wie die heutigen Bibliotheken, wir dann noch brauchen“, sagt Gradmann. Denn digitale Informationen sind nicht mehr ortsgebunden, sie lassen sich in Sekundenschnelle vervielfältigen und abrufen. Bedeutet das auch das Aus der Bibliothek? Stefan Gradmann glaubt das nicht. „Es braucht auch in Zukunft Räume, in denen sich Menschen treffen können, um miteinander zu sprechen, sich auszutauschen und zu arbeiten“, sagt er. Die Bibliothek wird seiner Meinung nach zunehmend die Funktion eines sozialen Raumes einnehmen.

Doch nur, wenn sie sich nicht mehr hundertprozentig über Bücher als Medium identifizierten, hätten Bibliotheken auch in Zukunft eine Chance, meint Gradmann. Ins Zentrum der Informationsbeschaffung trete der Inhalt. Der sei über Ländergrenzen hinweg und unabhängig von der äußeren Form zugänglich zu machen. „Wenn es die Bibliotheken schaffen, sich auf die Informationsbeschaffung und den Umgang mit Inhalten zu spezialisieren, dann könnten sie Teil einer neuen digitalen Hilfswissenschaft werden“, erklärt der Professor. Diese Kompetenz vermittle der Studiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität seinen Studenten. Eine Idee, wie die Zukunft der Bibliothek aussehen könnte, geben Projekte wie die Deutsche Digitale Bibliothek oder die Europäische Digitale Bibliothek „Europeana“.

Alle 5 Jahre Wissen umpflügen

Bei all dem darf eine Fähigkeit eines modernen Informationsspezialisten nicht in den Hintergrund treten: die kaufmännische Kompetenz. „Finanz- und Personalressourcen sind in Bibliotheken schon immer knapp“, sagt Cornelia Vonhof. Deshalb werden in ihrem Studiengang auch klassische betriebswirtschaftliche Inhalte gelehrt, wie Controlling und strategisches Management.

Die Anforderungen, die in dieser Entwicklung an einen modernen Bibliothekar gestellt werden, sind hoch. Noch höher ist die Erwartung an seine Flexibilität: Alle fünf bis zehn Jahre kann er damit rechnen, dass er sein komplettes Wissen umpflügen muss: eine große Herausforderung für die Bibliothekare der Zukunft, aber auch „extrem aufregend“, verspricht Stefan Gradmann.

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