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Maßgeschneiderte Lederhosen? Der Säckler macht’s möglich!

Elisabeth Schnöll zeichnet mit der Feder die Muster vor, die später auf die Lederhose gestickt werden.

Als angehende Säcklerin näht Elisabeth bei Lederhosen Aigner im Berchtesgadener Land Lederhosen nach Maß. Als einer der wenigen Betriebe in Deutschland bietet das Unternehmen diese Ausbildung an, auch dieses Jahr wird wieder ein Azubi eingestellt. Hier hat Elisabeth bereits ihr Praktikum gemacht und es hat ihr so gut gefallen, dass sie sich als Azubi beworben hat – und prompt genommen wurde. Seit zwei Jahren ist sie jetzt bereits Gesellin und begeistert von ihrem Beruf: „Besonders schön ist es, zu sehen, wenn der Kunde die fertige Hose anprobiert und sie perfekt sitzt !“

Maßnehmen ist Chefsache

Bis eine Lederhose fertig ist, kann es aber schon ein bisschen dauern: Erst nimmt der Chef Engelbert Aigner selbst Maß am Kunden, dann schneidet Elisabeth das Leder zu und näht die Hose zusammen. Nur die Seitennähte werden maschinell genäht, der Rest ist Handarbeit. Nicht mit einem gewöhnlichen Fingerhut, sondern mit einem Fingerring arbeitet Elisabeth. Damit schiebt sie die Nadel seitlich durch das Leder. „Da hat man mehr Kraft“, erklärt sie. In der Berufsschule ging die 22-Jährige übrigens gemeinsam mit den Reitsport- und Autosattlern, weil Säckler ein so seltener Beruf ist. Das handwerkliche Arbeiten hat sie vor allem im Betrieb gelernt, sagt sie.

Als Arbeitsgerät eine Gänsefeder

Besonders aufwendig ist die Stickerei an der Lederhose. Bei einer einfachen Hose brauchen Säckler allein 20 Stunden nur für das Sticken. Mit einer dreikantig geschliffenen Nadel und einem Fingerring gestaltet Elisabeth Muster aus Eichenlaub und stickt landesübliche Tiere wie Adler, Gämsen und Auerhähne auf das Leder: „Mit Kreide paust man mithilfe einer Schablone die Muster auf und zieht mit einer Gänsefeder und Gummiarabikum die Linien vor, die man später nachstickt.“

Kommen bei der Stickerei viele Motive zusammen, zieht sich die Arbeitszeit in die Länge – und der Preis steigt auch. Bis zu 3.000 Euro kann eine Lederhose dann kosten. Elisabeth selbst trägt übrigens lieber Dirndl: „Ich habe zehn Stück im Schrank“, erzählt sie. Ganz schlanke Frauen könnten aber auch Lederhosen tragen, findet Elisabeth.

Das Dirndl gehört einfach zu Bayern

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