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Naht in Herzform

Die Sattelblätter der verschiedenen Sättel brauchen Ramona und ihre Kollegen als Vorlage, um die Lederstücke schneiden zu können.

Auch extravagante Aufträge treffen bei den Sattlern ein: „Einmal wollte ein Kunde eine Naht in Herzform auf dem Sattel haben“, schmunzelt Sascha Schneider. Ihm fiel in seiner eigenen Ausbildung anfangs vor allem das Polstern schwer, da man beide Seiten gleichmäßig füllen müsse. Allerdings ist es jetzt die Aufgabe, die er am liebsten ausübt. Ramona macht vor allem das Handnähen Spaß: „Arbeiten, wo man kreativ werden kann, sind toll! Vor kurzem habe ich ein Stallhalfter mit einem gewölbten Riemen gemacht!“ Darauf ist Ramona so stolz, dass sie es an die Wand ihres Zimmers gehängt hat.

Alle Sättel sind übrigens aus Rindsleder gefertigt, das in ganzen Häuten von der Gerberei angeliefert wird und sehr schwer sein kann. Zimperlich sollte man da nicht sein, so Ramona: „Man muss diese  Lederhäute stemmen, da darf man über einen abgebrochenen Fingernagel nicht jammern!“ Qualitativ hochwertiges Rindsleder erkennt die Auszubildende sofort: „Wenn man das Leder beim Knicken faltenfrei bleibt und das Finish hält, dann lässt es sich schön verarbeiten!“

Finish nennen die Reitsportsattler die schützende Schicht über dem Leder, die durchs Gerben entsteht und dafür sorgt, dass das Leder später nicht feucht wird. All das lernt Ramona auch in der Schule, die sie zusammen mit Autosattlern und Feintäschnern, die kleine Lederwaren anfertigen, besucht.

Ramona hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, hier ist sie mit ihrem Pflegepferd Hersir zu sehen.

Lederkunde in der Berufsschule
Im Blockunterricht in der Berufsschule hat Ramona Lederkunde als eigenes Schulfach. Dort lerne sie, wie man Leder hergestellt: „Erst werden die Rohhäute in Lösungen gelegt, dann die Haare entfernt und nach Gerbprozessen und Salzungen spalten wir das Leder auf die gewünschte Stärke.“ Denn bevor das Leder verarbeitet wird, müsse es zuerst maschinell zugeschnitten werden. Am natürlichen Arbeitsmaterial Leder schätzt sie vor allem, dass es weich und anschmiegsam ist. „Ein Geldbeutel oder ein Gürtel aus Leder passt sich genau an die Körperform an und ist, ganz im Gegensatz zu Plastik, auch toll anzufassen!“

Im dritten Lehrjahr wird Ramona in der Berufsschule dann alles über die Muskulatur der Pferde und über ihre Bewegungsabläufe erfahren: Mit diesem Wissen im Gepäck kann sie später den Sattel optimal dem Pferderücken anpassen. Als Satteltesterin für Islandpferde wurde sie auch bereits eingesetzt und musste beurteilen, ob der neu im Programm eingeführte Sattel gut passt. Später kann sich Ramona auch vorstellen, als Pferdeosteopathin zu arbeiten. Es reizt sie, das Pferd und den Sattel von den Hufen bis zu den Ohren genau zu betrachten und dann sagen zu können „wo es zwickt!“

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