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Musikinstrument: Hackbrett

Lisa Schöttl studiert Hackbrett an der Münchner Hochschule für Musik und Theater.

Hackbrett an der Hochschule
Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Das traditionell bayerische Musikinstrument Hackbrett spielt Lisa schon, seit sie sechs Jahre alt ist. Und bereits damals verfolgte sie ihr Hobby mit Ehrgeiz. Beim Wettbewerb Jugend musiziert sei sie „immer vorn mit dabei gewesen“, berichtet sie. Heute perfektioniert sie ihre Fähigkeiten im vierten Semester an der Hochschule für Musik und Theater in München.

Im Studium lernt sie aber auch den theoretischen Unterbau wie Musiktheorie und -geschichte, Gehörbildung, Instrumentenkunde und Akustik. Am Tag übt Lisa etwa zwei Stunden auf dem Hackbrett. „Das ist eigentlich viel zu wenig“, meint sie. Durch ihre jahrelange Erfahrung könne sie sich das aber leisten. Nach der Besonderheit ihres Instruments befragt, gerät sie ins Schwärmen: „Der Klang ist zierlich und fein und auf dem Hackbrett kann man sehr virtuos spielen.

Viele Zuhörer sagen, es hört sich an wie klingelnde Glöckchen!“ Wer ein so seltenes Musikinstrument wie Hackbrett studiere, habe außerdem das Privileg, in sehr kleinen Gruppen zu lernen. „In meinem Jahrgang sind wir nur zu zweit“, sagt Lisa.

Shostakovich goes Hackbrett

Bei Hackbrett gibt es hauptsächlich Noten für Volksmusik.

Weil es nicht so viele Stücke für Hackbrett gibt, greift sie als Komponistin auch selbst manchmal zu Stift und Notenblock: „Neulich habe ich mit einer Freundin ein Stück von Shostakovich, das eigentlich für Klavier war, umarrangiert.“ Moderne Musik finde sie spannender als Volksmusik, die in ihrer Struktur eher einfach gestaltet sei. Häufig besuche sie auch klassische Konzerte. „Das ist wichtig für die Allgemeinbildung eines Musikers.“

Aber auch selbst steht Lisa schon auf der Bühne. An der Hochschule muss sie mindestens einen Auftritt pro Monat meistern. „Am Anfang hatte ich ganz schön Lampenfieber“, gibt sie zu. Besonders aufgeregt sei sie, wenn sie Solostücke spielen müsse: „Dann bin ich nervöser, als wenn ich im Ensemble musiziere“, sagt sie. Allerdings haben ihr die Konzerte bei Jugend musiziert geholfen: „Dadurch bin ich an Auftritte gewöhnt.“

Wenn Lisa erzählt, was sie studiert, reagieren die Leute allerdings oft überrascht. Immer wieder wird sie gefragt, wie sie ihren Abschluss später einmal beruflich nutzen will. „Der Studiengang ist pädagogisch ausgelegt, man kann später Hackbrett an Musikschulen unterrichten“, erklärt sie. Ob sie das machen will, weiß sie aber noch nicht. Zwar gebe es einen Konzert-Hackbrettspieler, Rudi Zapf, der durch Konzerte sein Geld verdiene, berichtet sie. Allerdings sei er wirklich die Ausnahme: „Die meisten müssen neben der Konzerttätigkeit auch unterrichten.“

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