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Reden ist ... Gold! Logopäden helfen bei Sprachstörungen

Christina Theilacker erklärt einer Patientin anhand eines Modells, wie der Kehlkopf funktioniert
Logopäden müssen auch Anatomiekenntnisse haben

Christine Theilacker (23) absolviert auf der Berufsfachschule eine Ausbildung zur Logopädin und studiert berufsbegleitend Gesundheitswissenschaften* an der zugehörigen IB-Hochschule. Von Montag bis Freitag geht sie zur Logopädie-Schule. Am Ende ihres Studiums hat sie neben dem Berufsabschluss auch den Bachelor of Science in der Tasche. Die Arbeit mit Menschen liegt Christine schon seit jeher: Neben vielen Praktika in sozialen Einrichtungen hat sie früher auch Jugendarbeit gemacht.

Kindersprache, Stimme und Aphasie

„In der Logopädie gibt es drei große Bereiche: Kindersprache, Stimme und Aphasie“, erklärt Christine und fährt fort: „Bei Kindersprache geht es vor allem um die Sprachentwicklung, bei Stimme um Stimmstörungen, die bei Leuten auftreten, die viel sprechen müssen, wie Pfarrer oder Lehrer.“ Der dritte Bereich interessiere sie aber am meisten: Das ist die Therapie von Schlaganfall- oder Tumorpatienten: „Erwachsene Patienten, die ihre Sprache verlieren, sind isoliert und haben keine sozialen Kontakte mehr. Man muss ihren Willen, wieder sprechen zu können, wachkitzeln und hat dann aber Tag für Tag kleine Erfolgserlebnisse“, erzählt Christine begeistert.

Therapie hinter Doppelglas

An der Berufsfachschule ist eine Praxis angeschlossen, in der Schüler Patienten therapieren. 150 Stunden muss Christine hier sammeln, um später den Abschluss machen zu dürfen: „Hinter Doppelglasscheiben findet die Therapie statt. Das heißt, ein Schüler arbeitet mit dem Patienten, und die anderen schauen ihm zu. Danach kommt das Feedback, was besser und allgemein anders gemacht werden kann.“ Die Supervision sei persönlich sehr bereichernd, meint Christine: „Man muss viel Kritik annehmen können und lernt sich in der Klasse untereinander gut kennen. Am Anfang ist man natürlich sehr aufgeregt, wenn alle bei der Therapie zuschauen, aber das legt sich mit der Zeit.“

„Mit Kindern geht man in der Therapie spielerisch vor: Man regt das Spiel an und damit gleichzeitig die Sprache, indem man Zusammenhänge zwischen den einzelnen Schritten herstellt“, erklärt Christine. So könne man einen Arztkoffer und eine Puppe nehmen, und mit Wörtern wie „Puppe“, „Arzt“ und „krank“ langsam das Spiel anregen und die Sprache aufbauen. „Bei Kindern und Erwachsenen muss man gleichermaßen die Fähigkeit haben, sich in die Menschen einzufühlen“, sagt die 23-Jährige.

* Übrigens: Der Studiengang hieß früher Gesundheitswissenschaften, er wurde überarbeitet und neu strukturiert und heißt nun Angewandte Therapiewissenschaft.

Grammatik und Musik

 
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