Anmelden: Deine Vorteile
  • Persönliche Stellensuche
  • Magazin kostenlos bestellen
Jetzt anmelden
 

Wer in der Pflege arbeitet, braucht Fingerspitzengefühl

Auch Blutdruckmessen zählt zu den alltäglichen Aufgaben von Jennifer.

Die Arbeitsabläufe im Krankenhaus kennt Jennifer aus ihrem nächsten familiären Umfeld. Ihre Mutter ist nämlich OP-Schwester. Vom Berufswunsch ihrer Tochter war sie dennoch zunächst einmal nicht begeistert. „Anfangs hat sie mir sogar von der Ausbildung abgeraten, sie fand, das ist zu stressig“, verrät Jennifer. Doch die junge Frau wollte es wissen. In der 10. Klasse absolvierte sie ein Praktikum in der Klinik – unter der Leitung ihrer Mutter. „Das hat mir gut gefallen, und ich durfte natürlich mehr machen als andere Schüler“, erinnert sie sich. Etwa habe sie bei einer Herzoperation das Herz gehalten und unter Aufsicht Medikamente in Spritzen gefüllt.

Bereits damals sei der Entschluss in ihr gereift, ebenfalls Krankenschwester zu werden. Besonders interessiert habe sie der Pflegebereich: „Bei meinem Praktikum habe ich die Patienten ja nur schlafend erlebt, ich wollte sie aber auch
kennenlernen, wenn sie wach sind.“

Als Schwesternschülerin hat man Zeit

Dazu hat Jennifer nun jede Menge Gelegenheit. Etwa zehn Patienten versorgt sie pro Schicht. Sie hilft den Kranken bei der Körperpflege, wäscht sie wenn nötig im Bett, kontrolliert ihren Gesundheitszustand, indem sie Blutdruck, Puls und Temperatur misst und serviert das Essen. Zur Hand gehen muss sie den Patienten gelegentlich auch bei der Nahrungsaufnahme.

„Wir sagen dazu aber nicht füttern, sondern das Essen anreichen, die Leute sind ja keine kleinen Kinder mehr“, betont sie. Überhaupt sei der respektvolle Umgang mit den Patienten, gerade weil es um sehr intime Dinge gehe, besonders wichtig: „Man braucht viel Einfühlungsvermögen und muss nett sein. Sonst kann es zum Beispiel passieren, dass sich die Leute beim Waschen schämen.“

Ganz wichtig: Persönlicher Kontakt zu den Patienten

Um Vertrauen aufzubauen, seien aber auch persönliche Gespräche hilfreich: „Weil ich ein kommunikativer Mensch bin, macht mir das aber Spaß.“ Gerade als Schülerin könne man sich für den einzelnen Patienten noch viel Zeit nehmen, eine Waschung könne bis zu einer halben Stunde dauern. Bei den examinierten Kräften müsse die Arbeit dagegen oft sehr schnell erledigt werden: „Ich hoffe aber, dass ich den persönlichen Kontakt zu den Patienten später, wenn ich mal in der Routine bin, trotzdem so beibehalten kann wie jetzt.“

Nichts mit nach Hause nehmen

 
Suche