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„Man braucht ein Ventil“

Am meisten Spaß bereiten Natalie die Gespräche mit den Kranken. „Ich bin kommunikativ und erzähle gern“, sagt sie. Worüber sie mit den Patienten spricht, darf sie aber nicht verraten: „Ich habe Schweigepflicht.“ Allerdings hat sie auch immer wieder mit schweren Schicksalen zu tun: „Man erlebt Dinge, die einen stark berühren.“

Vorkommen kann sogar, dass einer der Patienten während seines Krankenhausaufenthalts stirbt. Der Umgang mit dem Tod wird jedoch in der Schule behandelt. Außerdem bekommen die Auszubildenden in solchen Fällen Gelegenheit, das Geschehene in Teambesprechungen zu verarbeiten. „Das ist bei mir aber noch nicht passiert“, räumt sie ein.

Dennoch tauscht sie sich mit ihren Kollegen und Mitschülern aus, um sich die Probleme der Patienten nicht zu sehr zu eigen zu machen: „Man braucht ein Ventil dafür.“ Auch Sport könne hilfreich sein, „jeder hat seine eigenen Methoden.“ Sie selbst habe inzwischen einen Weg gefunden: „Was im Dienst passiert, nehme ich nicht mit nach Hause.“

Patienten aus aller Welt
Wer sich für den Pflegebereich interessiert, sollte einige persönliche Voraussetzungen mitbringen, erklärt Natalies stellvertretender Schulleiter und Klassenleiter Achim Rekow: „Man muss einfühlsam sein, auf Menschen zugehen können und die Tätigkeiten reflektieren können.“ Ob einem der Beruf liege, könne man am besten durch Praktika feststellen, die an Krankenhäusern immer wieder angeboten würden. Um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sei außerdem ein sehr guter Quali nötig, bessere Chancen hätten aber Schüler mit Mittlerer Reife oder Abitur.

Wichtig seien vor allem gute Noten in Deutsch und Mathe, da die Pfleger ihre Arbeit schriftlich dokumentieren müssen und zu ihren Aufgaben auch medizinisches Rechnen gehört. Fit sein sollte man auch in Englisch – denn immer wieder werden in deutschen Krankenhäusern Patienten aus dem Ausland, etwa der arabischen Welt oder Russland, behandelt. Hat man die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, gibt es übrigens jede Menge Aufstiegschancen. Natalie plant, ein Studium zu beginnen: „Ich will Pflegepädagogin werden.“ Ihr Ziel ist es, später einmal selbst Pflegekräfte auszubilden.

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